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Kommentar Händler leiden in der Coronakrise unter Willkür der Behörden

Drogerien dürfen Spielwaren verkaufen, Fachhändler aber nicht. Mit solchen Wettbewerbsverzerrungen verspielt der Staat viel Vertrauen.
07.04.2020 - 17:04 Uhr Kommentieren
Erst nach einer Intervention des Floristenverbands konnten Blumenläden wieder öffnen. Quelle: dpa
Blumengeschäft in Künzelsau

Erst nach einer Intervention des Floristenverbands konnten Blumenläden wieder öffnen.

(Foto: dpa)

Der Spielwarenhändler versteht die Welt nicht mehr. Im so wichtigen Ostergeschäft muss er seinen Laden geschlossen halten, um die Verbreitung des Coronavirus zu verhindern. Sein Umsatz sinkt auf null. Doch nebenan der Drogeriehändler Müller darf weiterhin Lego-Baukästen und Gesellschaftsspiele verkaufen.

Die Absurditäten der aktuellen Situation sind nicht auf Spielzeug beschränkt. So mussten nach behördlicher Anordnung Mitte März zunächst alle Blumenläden schließen. Baumarktketten, die den kleinen Fachgeschäften ohnehin schon das Leben schwermachen, durften die Gartenabteilungen offen halten. Erst nach einer Intervention des Floristenverbands konnten Blumenläden wieder öffnen.

Der verordnete Shutdown des Geschäftslebens hat natürlich einen ernsten und gut gemeinten Hintergrund. Die Vermeidung von Kontakten soll Ansteckungen verhindern. Doch er zeigt zugleich, dass ein staatliches Eingreifen in die Wirtschaft immer gefährliche Nebenwirkungen zeigt.

Lidl und Kaufland beispielsweise haben die Läden weiterhin auf, weil sie überwiegend Lebensmittel verkaufen. Keiner verpflichtet sie, ihre Nonfood-Abteilungen abzusperren. Die Schwarz-Gruppe, zu der beide gehören, ist aber zugleich Deutschlands siebtgrößter Modehändler – noch vor Peek & Cloppenburg, die ihre Läden schließen mussten. Dazu kommt ein Flickenteppich an regionalen Unterschieden, der Händler unnötig belastet und schädigt. Warum dürfen Baumärkte in NRW geöffnet sein, in Bayern aber nicht?

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    Wir erleben eine ganz brutale Verzerrung des Wettbewerbs. Die Regierungen erwarten Verständnis von den Unternehmen für restriktive Maßnahmen. Doch gleichzeitig scheint es sie überhaupt nicht zu interessieren, wie sie mit schlecht gemachten Anordnungen manche Geschäfte in Existenznot stürzen, anderen dagegen eine Sonderkonjunktur bescheren. Dabei haben die Unternehmen das Geld erst erwirtschaftet, mit dem sich die Politik jetzt als Krisenhelfer profiliert.

    Mehr: Warum auch nach Wochen der Krise noch immer Lücken im Regal sind

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