Kommentar: In der Energiekrise zeigen die Grünen ihre Doppelmoral
„Auch der Waschlappen ist eine brauchbare Erfindung“ – Kretschmann hatte für seine Tipps zum Energiesparen Kritik einstecken müssen.
Foto: IMAGO/Political-MomentsDie Grünen haben nicht nur eine Moral, sondern gleich zwei, nämlich eine Doppelmoral. Beim Energiesparen strahlt der Heiligenschein der Partei so hell wie nie. Früher ging es um das Verbot von Inlandsflügen oder die Verteuerung des Fleischkonsums. Daraus wurde nichts. Jetzt wollen die grünen Spitzenbeamten von Wirtschaftsminister Robert Habeck das alles in Zeiten der Gaskrise nachholen. Die Umerziehung ist in vollem Gang.
Waschlappen benutzen, vier Minuten duschen, nur kaltes Wasser für die Hände. Für Geschäftsinhaber gibt es auch eine Erziehungsfibel: Im Winter die Türen schließen, es zieht. Leuchtreklamen abschalten, Arbeitsräume nicht so stark heizen. Die Grünen halten Bürger und Geschäftsleute für Kleinkinder. Dabei sparen die breite Mitte der Gesellschaft, die Handwerker und die Familienunternehmer heute schon, bis es wehtut, damit die Energiekosten im Winter sie nicht ruinieren.
In einer Partei der ideologischen Denkverbote scheint es niemanden zu geben, der sich vorstellen kann, dass ein Ladeninhaber im Winter von allein die Tür schließt und eine nicht üppig verdienende Krankenschwester das Wasser nicht länger laufen lässt, als es sein muss. Der Bürger soll in die Klima-Krabbelgruppe.
Mit dem Waschlappen gegen Putin
Wenn es allerdings an die eigene Wärmewäsche geht, sieht es ganz anders aus. Da können sich Bundeskanzler Olaf Scholz und sein Vizekanzler Habeck bei ihrer Reise nach Kanada mit Premierminister Justin Trudeau verbrüdern. Die Grünen-Spitze zu Hause zieht trotzdem knallhart rote Linien, wenn es um das Freihandelsabkommen Ceta geht.
Dabei gibt es kaum einen Staat auf der Welt, der besser für eine ziemlich beste Freundschaft geeignet wäre. Dass sich die grünen Reihen schließen, wenn es um die längeren Laufzeiten der Kernkraftwerke geht, fügt sich in diese Doppelmoral. Es geht zwar um jede Kilowattstunde. Doch am Ende sollen die Bürger mit dem Waschlappen ran.