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KommentarInflation: Die Mittel der EZB wirken

Die neuen Daten aus Deutschland und Spanien bestätigen den Abwärtstrend. Das Risiko liegt jetzt woanders.Frank Wiebe 29.11.2023 - 17:24 Uhr
Foto: Handelsblatt

Gute Nachrichten für Christine Lagarde: Die Inflation in Deutschland und Spanien ist erneut deutlich gesunken. Das lässt auf einen ähnlichen Trend für den gesamten Euro-Raum hoffen, für den die neuesten Zahlen am Donnerstag bekannt gegeben werden. Die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB) kann damit noch deutlicher für sich und ihre Kollegen Erfolg im Kampf gegen die Preissteigerung verbuchen.

Zwar sind viele Notenbanker und Ökonomen zurzeit noch vorsichtig, den Sieg über die Preissteigerung zu verkünden. Zu groß wäre die Blamage, wenn doch noch etwas schiefgeht. Und sei es nur, dass vorübergehende Anstiege des Inflationsdrucks, die heute aus rein statistischen Gründen schon absehbar sind, die Glaubwürdigkeit eines allzu selbstsicheren Auftretens beeinträchtigen.

Die Notenbanker haben die aufsteigende Inflation anfangs als „vorübergehend“ eingestuft. Das klang so, als sei alles in wenigen Monaten schon vorbei. Jetzt sinkt die Inflation, weil wichtige Preistreiber wie Lieferengpässe nach der Covidpandemie und kriegsbedingte Überhitzung der Energiemärkte tatsächlich vorübergehend sind. Aber es hat eben länger gedauert als erhofft. Und die Gefahr, dass sich der Preistrend verselbstständigt, war zeitweise deutlich spürbar. Aber diese Verstetigung haben die Notenbanken weitgehend verhindert. Und mehr konnten sie auch nicht tun: Covid und Krieg reagieren nicht auf Zinserhöhungen.

Im Rückblick wird diese geldpolitische Phase als relativ erfolgreich gelten. Nur selten mussten Notenbanken gleich mit zwei Großereignissen fertig werden: Seuche und Krieg. Gemessen daran ist es nicht überraschend, dass der Preisanstieg nicht noch schneller gebremst wurde. Das größere, nur schwer einschätzbare Risiko ist jetzt, dass die Inflationsbekämpfung mit Verzögerung wirkt und letztlich die Konjunktur unnötig schädigt. Mit etwas Glück lässt sich auch das vermeiden. Aber Geldpolitik ist keine Wissenschaft, sondern immer ein Spiel von Versuch und Irrtum.

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