Kommentar: Jeder Dialog mit der Hamas ist zum Scheitern verurteilt

Die Hamas will verhindern, dass die Bewohner des Küstenstreifens der Aufforderung Israels befolgen, nach Süden zu ziehen, um sich in Schutz zu bringen.
Foto: dpaVerhandlungen, Kompromisse, Vermittlungsbemühungen: Sie werden von der Hamas als „Zeitverschwendung“ abgetan, weil sie im Widerspruch zu den Prinzipien der „Islamischen Widerstandsbewegung“ stehen. Die Ratio der Islamisten steht im totalen Gegensatz zur westlichen. Jeder Dialog ist deshalb zum Scheitern verurteilt.
Das Problem der Hamas ist nicht nur Israel, sondern der westlich-säkulare Lebensstil, den sie verachtet. Sie profiliert sich als wahre Beschützerin der palästinensischen Interessen, aber auch des muslimischen Glaubens, so wie sie ihn interpretiert. Für ihren Kampf setzt die Terrororganisation zynischerweise immer wieder das Leben der Bevölkerung im Gazastreifen aufs Spiel.
Dass Israel nach jedem Angriff zurückschlägt, muss ihr klar sein. Dabei handelt es sich nicht um „Vergeltungsschläge“. Es geht darum, das Abschreckungspotenzial gegenüber den Nachbarn aufrechtzuerhalten oder es wiederherzustellen, wenn es wie in der vergangenen Woche reduziert worden ist.
Der Zynismus der Hamas kennt keine Grenzen. Statt den Küstenstreifen, den sie seit 15 Jahren kontrolliert, zu einem zweiten Singapur zu entwickeln, investierte sie in die militärische Aufrüstung.
Gleichzeitig ließ sie die Bürger verarmen und zwang sie in die Abhängigkeit von Geberländern. Dass der Küstenstreifen von Israel abgeriegelt wurde und dies den Singapur-Traum obsolet machte, war die Reaktion auf Terrorangriffe gegen Israel.
Zur Blockade wäre es nicht gekommen, hätte sich die Hamas im Gazastreifen, für den sie seit 15 Jahren allein verantwortlich ist, um Schulen, Finanzen, Wasser, Lebensmittel, Elektrizität und die Abfallbeseitigung gekümmert.
Die Hamas versteht etwas vom Terror der perfidesten Sorte. Jetzt aber hat sie dessen Grausamkeit obszön auf die Spitze getrieben. Dabei ist sie auch bereit, die eigene Bevölkerung zu opfern.
Moscheen in Gaza verbreiten seit Freitag Botschaften, in denen die Bewohner des Küstenstreifens aufgefordert werden, ihre Häuser nicht zu verlassen. Sie sollen die Aufforderung Israels nicht befolgen, nach Süden zu ziehen, um sich vor der Bodenoffensive in Schutz zu bringen.
Hamas Leid der Bürger als Anti-Israel-Propaganda
Die Hamas versucht, die Menschen an ihrer Flucht aus dem Gebiet zu hindern. Sie stellt sich den Autokolonnen in den Weg, die in den noch sicheren Süden fahren wollen. Wie pervers: Das Elend ihrer Bürger setzt die Hamas als anti-israelische Propaganda im Westen und im arabischen Raum ein.
Deshalb gestaltet sie das Schlachtfeld unübersichtlich und missbraucht ihre Bürger als menschliche Schutzschilder. Mit Dialog lässt sich die Hamas nicht umstimmen, wie die Erfahrung zeigt. Das dabei entstehende Leid von Zivilisten muss nicht nur politisch, sondern auch rechtlich der Hamas zugerechnet werden.