Kommentar: Kurswechsel an der Nato-Ostflanke

Wenn Bundeskanzler Friedrich Merz innerhalb einer Woche gleich zweimal an die Nato-Ostflanke reist, ist das vor allem eine Botschaft an einen Mann, der fast tausend Kilometer entfernt ist. An Russlands Präsident Wladimir Putin.
Bei seinem Besuch im finnischen Turku machte Merz am Dienstag noch einmal deutlich, welche Gefahr von Russland ausgeht. An der Ostsee sei diese besonders spürbar. Russland werden immer wieder Sabotageakte und hybride Kriegsführung vorgeworfen. „Wir sind bedroht“, stellte der Bundeskanzler gemeinsam mit dem finnischen Ministerpräsidenten Petteri Orpo klar.
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Das ist eine deutliche Botschaft an Putin: Deutschland macht Ernst mit seiner militärischen Aufrüstung. Und es will die Unterstützung für die Ukraine noch einmal erhöhen.
Dafür spricht auch die Ankündigung von Merz, dass gelieferte Waffen in die Ukraine keinerlei Reichweitenbeschränkungen mehr unterliegen sollen. Das heißt, die Ukraine dürfte im Grundsatz auch mit deutschen Waffen in russisches Gebiet vordringen, um sich zu verteidigen.