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KommentarLieferengpässe: Chipkunden brauchen Geduld und müssen in neue Ideen investieren

Der Halbleitermangel wird in diesem Jahr anhalten. Vorkehrungen gegen die Auswirkungen auf das eigene Unternehmen werden teuer – doch sie sind unerlässlich.Joachim Hofer 02.01.2022 - 14:29 Uhr Artikel anhören

Das Chipgeschäft boomt und die Kapazitäten sind weltweit voll ausgelastet.

Foto: dpa

München. Ein Eissturm, Feuer und das Virus: Der Chipindustrie blieb 2021 nichts erspart. Erst verhinderte ein Wintereinbruch in Texas den Betrieb mehrerer Halbleiterwerke, dann zerstörte ein Brand Reinräume in einer Fabrik in Japan. Zuletzt legte Corona wichtige Standorte in Malaysia lahm.

Als wäre das nicht schon schlimm genug, beeinträchtigt der jüngste Lockdown im chinesischen Xi’an aktuell die Speicherchip-Produktion von Samsung und Micron massiv.

2022 kann eigentlich nur besser werden. Doch selbst wenn Naturkatastrophen und Unfälle ausbleiben und sich die Folgen der Pandemie abschwächen: Chips werden knapp bleiben. Bis die dringend benötigten neuen Werke laufen, vergehen noch mehrere Monate, mitunter sogar Jahre. Die Kunden brauchen daher gute Nerven, vor allem aber kreative Konzepte.

Sonst werden sie auch künftig die Bänder anhalten müssen, weil Bauteile fehlen, wie schon 2021.

Denn an der gewaltigen Nachfrage nach Halbleitern wird sich so schnell nichts ändern. Der von Corona beschleunigte Digitalisierungsschub wird immer schneller und umfassender – und steht in vielen Bereichen des täglichen Lebens erst am Anfang. Die jetzt geplanten neuen Kapazitäten in den Chipwerken werden den Bedarf kaum decken können.

Eine robuste Lieferkette ist Pflicht

Was also ist zu tun? Wer Chips verarbeitet, sollte auf eine möglichst robuste Lieferkette achten. Ein größeres Lager ist da nur der Anfang. Im Idealfall stammen die Bauteile aus mehreren Werken von unterschiedlichen Anbietern auf verschiedenen Kontinenten.

Zudem sollten die Chipkunden Autos, Kühlschränke oder Kopfhörer so entwickeln, dass die Bauteile konkurrierender Anbieter problemlos verwendet werden können. Das lässt sich oft schon mit einem vom Chiphersteller unabhängigen Betriebssystem erreichen.

Wer den Chipnachschub sicherstellen will, sollte auch näher an die Hersteller heranrücken und sich nicht allein auf seine Zulieferer verlassen. Große Konzerne wie die Autoproduzenten sollten ernsthaft darüber nachdenken, sich auch finanziell zu engagieren.

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Sie könnten sich bei Chipherstellern oder Auftragsfertigern der Halbleiterindustrie an Produktionslinien beteiligen. Das wäre zudem eine Chance, sich mit individualisierten Chips von der Konkurrenz abzuheben.

Natürlich hat all das seinen Preis. Aber noch viel teurer kommt es, Kunden zu vergrätzen, weil die ihre Autos nicht bekommen, weil Bauteile fehlen. Das macht sich kurzfristig im Umsatz bemerkbar und hinterlässt langfristig womöglich tiefe Kratzer am Image eines Anbieters.

Im neuen Jahr gehört die Chipversorgung daher vom ersten Tag an ganz oben auf die Agenda der Unternehmen.
Mehr: Infineon-Vorstand Gassel warnt: Chipmangel „könnte bis Ende 2022 anhalten“.

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