Kommentar: Nach dem Bitcoin-Rekord ist es Zeit, über Alternativen nachzudenken
Wie andere Blockchains besitzt auch Ethereum eine Kryptowährung, genannt Ether.
Foto: ReutersFrankfurt. Nicht nur der Bitcoin ist in Bewegung, sondern der gesamte Markt für Kryptowährungen. Während die älteste und wichtigste Cyberdevise am Montag einen Rekord aufstellte, legten auch sogenannte „Altcoins“ zu – die englische Abkürzung für alternative Coins. Ether stieg innerhalb des vergangenen Monats rund 55 Prozent, Ripple sogar 150 Prozent. Spätestens jetzt also lohnt sich für Anleger ein Blick auf den Kryptomarkt.
Der steile Anstieg der Digitalwährungen hat viele Gründe. So hat die Corona-Pandemie und die damit einhergehende Unsicherheit an den traditionellen Finanzmärkten nicht nur dem Bitcoin zu einer Liquiditätswelle verholfen, sondern auch Altcoins wie Ether und Ripple, erklärt beispielsweise die DZ Bank.
Wen die Entwicklungen der letzten Monate also nun davon überzeugt hat, dass Kryptowährungen aus der Finanzwelt nicht mehr wegzudenken sind, könnte die aktuellen Kursentwicklungen zum Anlass nehmen, sich nicht nur mit dem Bitcoin auseinanderzusetzen – sondern verschiedene Altcoins genauer zu beobachten.
Allerdings ist die Auswahl enorm: Weltweit gibt es nach aktuellen Schätzungen von der Kryptoplattform Coinmarketcap etwa 7800 Digitalwährungen. Gemeinsam erreichen sie eine Marktkapitalisierung von 342 Milliarden Dollar. Und Kryptowährung ist nicht gleich Kryptowährung, unterschiedliche Coins erfüllen unterschiedliche Zwecke.
So ist Ethereum, neben dem Bitcoin eine der bekanntesten Cyberdevisen, innerhalb der Kryptobranche besonders gefragt. Schließlich werden die meisten Krypto-Börsengänge, sogenannte Initial Coin Offerings (ICO), über die zugehörigen Ethereum-Blockchain abgewickelt. Dabei wird Ether als Zahlungsmittel verwendet.
Vor- und Nachteile von Ethereum, Litecoin und Ripple
Außerdem dient die Ethereum Blockchain der Nutzung sogenannter „Smart Contracts“ – also Verträgen, die automatisch ausgeführt werden können. Am Montag wurde die technische Neuerung Ethereum 2.0. bekanntgegeben, die die Anzahl der ausgeführten Transaktionen massiv steigen soll.
Bei alledem ist Vorsicht geboten: Anleger sollten sich über die allgemeinen Risiken bei Kryptoinvestments und die spezifischen Risiken je nach Coin informieren – und die eigene Bereitschaft für spekulative Investments vorab ehrlich ergründen. Durch die technische Komplexität von Kryptowährungen gilt eine alte Weisheit besonders: Investiere nur in jene Finanzprodukte, die du wirklich verstehst.
Zudem muss Anlegern in alternativen Kryptowährungen auch klar sein: Die meisten anderen Münzen korrelieren noch stark mit dem Urvater Bitcoin. Stürzt dieser – wie in der Vergangenheit – stark ab, dürften auch sie deutlich nachgeben.