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KommentarSoftware ade – Microsofts erstaunlicher Wandel

Microsoft baut eigene Halbleiter. Das zeigt einerseits, welch revolutionäre Kraft in der Künstlichen Intelligenz steckt – und andererseits, wie geschickt der Software-Konzern agiert.Thomas Jahn 16.11.2023 - 09:10 Uhr Artikel anhören

Microsoft steigt in das Halbleitergeschäft ein.

Foto: AP

Es ist ein großer Schritt: Microsoft steigt in das Halbleitergeschäft ein. Um zu ermessen, wie ungewöhnlich das ist, lohnt sich der Blick zurück. Zwar setzt sich der Name Microsoft aus „Microcomputer“ und „Software“ zusammen. Doch groß wurde Microsoft fast nur mit Software. Das Betriebssystem Windows und Anwendungen wie Word oder Excel bestimmen bis heute die Computer- und Arbeitswelt.

Warum dann Chips und der Einstieg in die Hardware? Dafür gibt es mehrere Gründe: Der wichtigste ist der Boom der Künstlichen Intelligenz (KI). Sprachmodelle wie GPT, Palm oder Llama werden immer besser, Microsoft selbst verkündete gerade zahlreiche neue KI-Anwendungen in Teams oder Outlook.

KI erfordert eine eigene Infrastruktur

Das Trainieren und Verbessern von KI erfordert nicht nur sehr große Rechenkapazitäten, sondern auch spezielle Hardware wie Grafikprozessoren. Die „Graphic Processor Units“ (GPU) baut bislang vor allem Nvidia, aber viel zu wenige. Um sie leistungsfähiger und sparsamer im Energieverbrauch zu machen, ist eine enge Verzahnung von Soft- und Hardware notwendig.

Es ist eine teure Entscheidung, eigene Chips zu entwickeln. Experten schätzen, dass Microsoft mehr als zwei Milliarden Dollar investiert. Anders als Blockchain oder andere neue Technologien ist KI mehr als nur l’art pour l’art. Microsoft will damit Geld machen – wie jeder, der 30 Euro pro Monat für den Microsoft 365 Co-Pilot zahlt, bestätigen kann.

Der Begriff Microcomputer im Namen zeigt, wie alt Microsoft schon ist: 1975 hießen so noch PCs. Trotz des hohen Alters, das für die Technologiebranche fast schon greisenhaft ist, schafft es das Unternehmen immer wieder, sich zu erneuern. Der Aufbau des Clouddienstes Azure holte das Unternehmen vor vielen Jahren aus der Krise. Der Deal mit dem Start-up OpenAI und die Einführung von ChatGPT ist bislang Gold wert. Der Einstieg in Halbleiter könnte ein ähnlicher Wachstumsmotor werden.

Langfristiges Denken und keine Angst vor dem Risiko

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Was alle diese Entscheidungen eint: Microsoft handelt langfristig, scheute sich nicht vor dem Risiko und davor, viel Geld in die Hand zu nehmen – und verhält sich im Gegensatz zu früher partnerschaftlicher.

Keine Frage, Satya Nadella hat auch ein glückliches Händchen und Microsoft ist alles andere als ein netter kleiner Tech-Anbieter. Aber man muss es dem CEO lassen: Microsoft ist nicht zu Unrecht eines der wertvollsten Unternehmen der Welt geworden.

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