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KommentarStart-ups müssen der Gesellschaft auch etwas zurückgeben

Gründerverbände fordern Steuererleichterungen für ihre Mitarbeiter. Das wäre gerecht – am Erfolg sollte aber auch die Gesellschaft beteiligt werden.Larissa Holzki 09.03.2020 - 16:11 Uhr

Erfolgsbeteiligungen entfalten in Deutschland kaum Wirkung.

Foto: DEEPOL by plainpicture/Bonninstudio

Der Start-up-Verband verfolgt prinzipiell eine gute Sache mit der Idee der Mitarbeiterbeteiligung: Man gewinnt zusammen und man verliert zusammen. Gerade die Arbeit in einem Start-up ist oft eine Art Mannschaftssport. Zwar liefern die Gründer die zentrale Idee, aber wenn die Mitarbeiter sie nicht umsetzen und notfalls Überstunden machen, wird am Ende kein Geschäft daraus.

So führen der Bundesverband Deutsche Startups und Präsident Christian Miele auch die Frage der Gerechtigkeit ins Feld, wenn sie Steuererleichterungen für ihre Mitarbeiter fordern. Denn tatsächlich schenken viele Firmen Mitarbeitern jetzt schon Unternehmensanteile, die sie veräußern können, wenn das Unternehmen verkauft wird. Doch anders als die Gründer und Investoren müssen sie dann sehr hohe Steuern auf den Erlös zahlen. Ist das gerecht? Nein, ist es nicht.

Mitarbeiter investieren zwar kein Kapital, aber sie investieren ihre Zeit und nehmen vielleicht sogar Lohneinbußen hin. Das könnte mit dem viel geringeren Steuersatz auf Kapitalanlagen goutiert werden. Dann würden auch sie für unternehmerischen Mut und ihren Beitrag zur Innovationskraft belohnt.

Andererseits ist die Frage der Gerechtigkeit bei dieser Forderung nicht zu Ende gedacht. Gemeinsam gewinnen und gemeinsam verlieren – das muss auch für die Gesellschaft gelten. Wenn der Staat große Förderprogramme aufsetzt und Start-up-Mitarbeitern Steuervorteile einräumen soll, dann muss er im Umkehrschluss selbst stärker am Erfolg beteiligt werden. Schließlich fehlt das Geld anderswo.

Eine Möglichkeit wäre, bei den Investoren anzusetzen. Ihnen könnte man ab einer gewissen Rendite auf ihre Investments einen höheren Steuersatz auferlegen. Wenn Deutschland ein neues Google hervorbringt, sollte daran auch die Gesellschaft teilhaben mit Geld für Infrastruktur und Bildungseinrichtungen. Denn gerecht wäre es, wenn wirklich alle profitieren. Das Silicon Valley ist ein mahnendes Beispiel, dass das nicht gesichert ist.

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