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KommentarSteigende Bauzinsen – Platzt der Traum vom Eigenheim?

Wer nach dem Anstieg im Frühjahr dachte, die Bauzinsen würden sich stabilisieren, lag falsch. Potenziellen Käufern bleibt nur, auf bessere Zeiten zu hoffen.Julian Trauthig 25.10.2022 - 13:52 Uhr Artikel anhören

Der Traum vom eigenen Heim ist ungebrochen.

Foto: dpa

Düsseldorf. Selbst Experten sind überrascht: Die Bauzinsen haben die Marke von vier Prozent übersprungen. Noch im Januar lagen sie bei einem Prozent. Die Auswirkungen dieser Zinsdynamik auf den volkswirtschaftlich höchst relevanten Immobilienmarkt sind kaum zu überschätzen. Für viele potenzielle Käufer ist auf einem solchen Zinsniveau der Traum vom Eigenheim vorerst vorbei. Hauptgrund für diese Entwicklung ist die Zinswende der Notenbanken, die nach langem Zögern nun entschlossen gegen die Inflation ankämpfen.

Das Problem für viele Käufer ist, dass der Immobilienmarkt sehr träge ist und die Preise erst verzögert reagieren. Zwar gibt es von Anfang Oktober erste Daten, die zeigen, dass die Preise in der Breite etwas nachgeben. Allerdings liegen sie damit dann vielleicht auf dem Niveau von 2020, während die Zinsen wieder den Stand von 2011 erreicht haben. Damals folgte eine Dekade mit sinkenden Zinsen auf der einen und stark steigende Immobilienpreise auf der anderen Seite.

Hinzu kommt, dass in dieser Schockstarre jegliche Prognosen hinfällig oder zumindest direkt wieder überholt sind. Selbst Profis wie Hypoport-Chef Ronald Slabke räumen ein, dass der deutsche Immobilienmarkt eine derartige Entschleunigung in den letzten 25 Jahren noch nicht erlebt hat und es historische Erfahrungen über die Geschwindigkeit des notwendigen Annäherungsprozesses fehlen.

Traum vom Eigenheim: Geduld mit dem Immobilienkauf

Wer also nicht sein absolutes Traumobjekt gefunden hat, über viel Eigenkapital sowie ein sehr hohes Einkommen verfügt, tut gut daran abzuwarten. Vermutlich bleibt ihm auch gar nichts anderes übrig, weil ihm aktuell keine Bank mehr ein Darlehen geben möchte.

Aber es gibt Hoffnung: Es ist gut möglich, dass die Lage in ein bis zwei Jahren schon wieder übersichtlicher ist. Bis dahin dürften die Notenbanken mit den größten Zinserhöhungen durch sein, vielleicht gibt es dann sogar schon wieder erste Senkungen. Die Energiekosten, einer der Haupttreiber der Inflation, könnten bis dahin wieder kalkulierbarer geworden sein. Und auch bei den Immobilienpreisen wird klarer sein, wohin die Reise geht.

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Verglichen mit den üblichen Finanzierungszeiträumen eines Eigenheims von 20 bis 30 Jahren, machen die wenigen Jahre des Wartens keinen allzu großen Unterschied. Auch die aktuelle Generation der potenziellen Käufer kann noch zum Zug kommen, sie muss nur die Nerven behalten und ausharren.

Erstpublikation: 17.10.22, 19:06 Uhr.

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