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Kommentar Thyssen-Krupp muss beim Stahl endlich Klarheit schaffen

Wieder einmal ist ein Plan für die Krisensparte gescheitert. Mitten im größten Umbruch seit Jahrzehnten bleibt das Management eine Strategie schuldig.
18.02.2021 - 17:11 Uhr Kommentieren
In den vergangenen 20 Jahren wurden ebenso viele Strategien für den Bereich entworfen wie über den Haufen geworfen. Quelle: Reuters
Stahlarbeiter bei Thyssen-Krupp in Duisburg

In den vergangenen 20 Jahren wurden ebenso viele Strategien für den Bereich entworfen wie über den Haufen geworfen.

(Foto: Reuters)

Die Diskussion über eine Abspaltung der Stahlsparte ist so alt wie der Konzern Thyssen-Krupp selbst. Bei der Fusion der beiden Vorläufergesellschaften Krupp und Thyssen im Jahr 2000 gab es bereits den festen Plan, die Stahlsparte an die Börse zu führen.

Als eigenständige Einheit sollte der Firmenteil die Plattform für die Konsolidierung der Industrie in Europa bilden. Thyssen-Krupp-Arcelor wäre wahrscheinlich der Name heute – und das Gebilde wäre ein starker Verbund, der im Konzert der ganz Großen mithalten könnte.

Als nach der Jahrtausendwende die Kapitalmärkte einbrachen, musste das Management die Pläne begraben. Stahl wurde zwar wieder Kerngeschäft, aber blieb ein Fremdkörper, der ein Eigenleben führte. Seitdem hat sich wenig verändert, egal wer an die Spitze des Unternehmens rückte. In den vergangenen 20 Jahren wurden ebenso viele Strategien für Thyssen-Krupp Steel entworfen wie über den Haufen geworfen.

Am Mittwoch war es wieder so weit. Der vor nicht einmal einem Jahr angekündigte Verkauf der Sparte wurde abgeblasen – offiziell, weil die Offerte des letzten verbliebenen Interessenten Liberty Steel nicht attraktiv war. Im Konzern mehrten sich aber zuletzt die Stimmen, den Bereich doch lieber eigenständig entwickeln zu wollen. Ohne Stahl droht dem Konzern eine Verzwergung, die sich kaum mit dem eigenen Anspruch auf Größe verträgt.

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    Konzernchefin Martina Merz wird nun doch an dem Bereich festhalten, zumindest vorerst. Welche Rolle die Tochter mit ihren 27.000 Mitarbeitern im Verbund aber spielen soll, das lässt sie offen. Die Hoffnung ist wohl, dass sich in der von ihr entworfenen „Group of Companies“ schon ein Plätzchen finden lässt.

    Das Kernproblem CO2 ist nicht gelöst

    Doch so einfach wird das nicht sein. Die Industrie steht vor einem Umbruch. Die Kunden, vor allem aus der Autoindustrie, wollen klimaneutral produzierten Stahl haben. Thyssen-Krupp muss sich wie der Rest der Branche auf diesen Wunsch einstellen und seine Hüttenwerke entsprechend umstellen. Der Weg zur Kohlendioxid-freien Stahlerzeugung geht über Wasserstoff und wird allein Thyssen-Krupp zehn Milliarden Euro kosten.

    Am 12. März nun wollen Aufsichtsrat und Vorstand des Unternehmens darüber beraten, wie es mit der Sparte weitergehen soll. Im Raum stehen eine Wiedereingliederung in den Konzernverbund oder ein Börsengang, der über eine Zwischenbeteiligung eines Finanzinvestors eingesteuert werden könnte. Beides können gangbare Wege sein.

    Das Kernproblem CO2 ist damit aber nicht gelöst. Eine entsprechende Strategie ist das Management schuldig geblieben, was die Sorge aufbringt, die dafür nötigen zehn Milliarden Euro könnten dem Staat aufgebürdet werden. Letztlich darf das nicht die Lösung sein, hat Thyssen-Krupp doch seit seiner Fusion selbst keine gangbare Vision für den Stahl entworfen.

    Mehr: Thyssen-Krupp hält an seiner Stahlsparte fest – nun droht ein harter Umbau

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