Kommentar: Trump ist Amerikas Religion – seine Macht durchdringt alles

Ein Amtseid eines neuen US-Präsidenten unter geschütztem Dach ist ungefähr so, als würde man ein Taylor-Swift-Konzert von der Arena in den Hobbykeller verlegen. Normalerweise wird die Zeremonie zur Vereidigung und die dazugehörige Party unter freiem Himmel zelebriert und weltweit übertragen. Jeder kennt sie, die Aufnahmen von Menschenmassen auf der National Mall, einem von Washingtons Wahrzeichen.
Wenn Donald Trump an diesem Montag vereidigt wird, wird es diese Bilder nicht geben. Wegen arktischer Temperaturen muss seine Amtseinführung nach drinnen verlegt werden. Notgedrungen können deshalb weniger Zuschauer dabei sein, und das, obwohl es die teuerste Inauguration aller Zeiten werden soll.
Nun könnte man meinen, das sei ein Rückschlag für Trump, der sich gern über die „crowdsize“ definiert – die Zahl der Menschen, die zu seinen Veranstaltungen strömen. Aber das ist ein Missverständnis.
In Wahrheit braucht Trump die Macht der Bilder nicht mehr. Er selbst ist die Macht in Person und wird von seinen Anhängern vergöttert.