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Kommentar Umweltschutz zahlt sich für Firmen gerade in der Krise aus

Aufgrund der Coronakrise müssen viele Unternehmen sparen. Ihre Klimaschutz-Investitionen sollten sie aber nicht zurückfahren – ganz im Gegenteil.
22.09.2020 - 15:15 Uhr Kommentieren
Der Flugzeughersteller Airbus investiert Milliarden in wasserstoffbetriebene Jets. Quelle: ddp images/Ferrari Press
Umweltfreundlich fliegen

Der Flugzeughersteller Airbus investiert Milliarden in wasserstoffbetriebene Jets.

(Foto: ddp images/Ferrari Press)

Die Industrie spart, streicht und schichtet um. Wegen Corona müssen zahllose Unternehmen ihre Kosten senken. In Klimaschutz investieren viele Firmen aber unvermindert. Manche setzen sich in diesen Tagen sogar neue, ehrgeizigere Ziele. Das ist genau richtig: Wer seine Anstrengungen für eine saubere Umwelt jetzt zurückfährt, der setzt die Zukunft seines Unternehmens aufs Spiel.

Das Coronavirus hat die Welt in vielerlei Hinsicht verändert. Es sieht so aus, als hätte die Pandemie auch dafür gesorgt, dass sich viele Menschen noch stärker als zuvor um die Umwelt kümmern – beruflich wie privat. Da sind die Konsumenten, die so genau hinschauen wie nie, was sie sich in den Einkaufswagen legen.

Da sind die Einkäufer in Unternehmen, die Waren zunehmend nicht nur nach Preis beschaffen, sondern auch auf Basis ökologischer Kriterien. Da ist die Politik, die gerade in Brüssel ambitioniertere Klimaschutzziele vorgelegt hat. Dann sind da noch die Investoren, die sich auf grüne Anleihen stürzen und dafür sogar eine geringere Rendite in Kauf nehmen als bei herkömmlichen Bonds.

Dem Druck kann sich kein Unternehmen entziehen. Entsprechend überschlagen sich die Firmen mit Umweltschutzinitiativen – und zwar in allen möglichen Branchen. Bei den einen sind es eher langfristige Vorhaben, bei den anderen geht es schneller.

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    So hat etwa Lafarge Holcim gerade angekündigt, den CO2-Ausstoß je Tonne Zement bis 2030 im Vergleich zu 2019 um 15 Prozent senken zu wollen. Ein wichtiger Grund dafür: Die Anleger drängen darauf. Airbus hat demgegenüber Anfang der Woche versprochen, Milliarden für Wasserstoff-Flugzeuge in die Hand zu nehmen. In 15 Jahren sollen sie abheben.

    Im Handel vollzieht sich der Wandel schneller: Der Discounter Lidl will seinen Kunden bis 2023 nur noch torffreie Blumenerde anbieten. Und die Supermarktkette Rewe startet gerade in Köln einen Test mit Mehrwegverpackungen an den Salatbars.

    Es reicht allerdings nicht, hastig Umweltschutzmaßnahmen aufzusetzen. Wer mehr verspricht, als er halten kann, wird schnell als Lügner entlarvt. Ebenso wichtig: Es muss sich rechnen. In Zeiten, in denen Firmen jeden Cent zweimal umdrehen, muss auch jedes Öko-Investment auf den Unternehmenserfolg einzahlen – zumindest langfristig.

    Dass sich nachhaltiges Wirtschaften lohnt, das hat jüngst Adidas bewiesen: Der Sportkonzern bringt dieser Tage eine komplett vegane Sportschuhkollektion in die Läden. Dafür gab es Applaus von den Tierschützern von Peta. Eine bessere Werbung in einer extrem kritischen Zielgruppe hätte sich der Dax-Konzern nicht wünschen können.

    Mehr: Banken fordern niedrigere Eigenkapitalanforderungen für Klima-Investments.

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