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KommentarWährend andere KI entwickeln, konzentriert sich Europa auf die Regulierung

Europa läuft Gefahr, KI-Forscher zu verschrecken. Trotzdem ist es wichtig, dass Künstliche Intelligenz schnell reguliert wird.Christoph Herwartz 05.06.2023 - 20:00 Uhr
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Die größte Gefahr der europäischen KI-Regulierung ist, dass die Debatte dazu führt, dass Künstliche Intelligenz per se als schädlich angesehen wird.

Foto: Moment/Getty Images

Es gibt zwar relativ wenige bahnbrechende Algorithmen aus Europa, dafür bald umso mehr Paragrafen. Gerade wird der AI Act verhandelt, mit dem riskante KI-Anwendungen verboten werden können. Nun will die EU auch noch ein Label für KI-generierte Inhalte einführen. Während andere entwickeln, denkt Europa vor allem an Regulierung.

Das ist schlecht. Denn es nährt den Eindruck in der Bevölkerung, der technische Fortschritt sei in erster Linie etwas Bedrohliches. Europa begibt sich in eine Abwehrhaltung. Dabei wäre Angriff so wichtig.

Regulierung sollte nicht das Einzige ist, was einem zu KI in Europa einfällt. Es müsste mehr Förderung geben und einen besseren Zugriff für die KI-Entwickler auf Supercomputer. Ohne diese Computer können KI-Modelle nicht trainiert werden. Es gibt einige davon in der EU, gefördert mit öffentlichen Geldern. Aber die Firmen der KI-Branche beschweren sich, dass sie zu selten auf die Geräte zugreifen können. Das muss sich ändern.

Vor allem aber braucht es eine offene Grundhaltung gegenüber technischer Innovation. Junge Menschen sollten motiviert werden, in diesen Bereichen zu arbeiten – nicht abgeschreckt.

Die größte Gefahr der europäischen KI-Regulierung ist nicht, dass aus Versehen eine Zukunftstechnologie verboten wird. Die größte Gefahr ist, dass die Debatte dazu führt, dass Künstliche Intelligenz per se als schädlich angesehen wird. Das sollten Politiker bedenken, wenn sie neue Vorgaben für KI verkünden.

Davon abgesehen gehen die Regulierungsschritte der EU in die richtige Richtung. Sie können das Vertrauen in KI-Anwendungen erhöhen.

Die meisten Maßnahmen dafür sind relativ sanft. Ein Label gegen Desinformation würgt keine Innovation ab. Eine gewisse Transparenz bei Trainingsdaten und eine Risikoabschätzung für KI-Modelle werden die Unternehmen leisten können. Dass deswegen zukunftsträchtige Start-Ups in großer Zahl ins Ausland umziehen, ist nicht zu erwarten.

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Eher ist es wahrscheinlich, dass die KI-Regulierung in den kommenden Jahren nachgeschärft wird. Denn die Gefahr, dass sich Diskriminierungen verfestigen und die Gesellschaft schaden nimmt, ist real.

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