Kommentar: Zu wenig Markt, zu viel Staat: China gefährdet sein wirtschaftliches Erfolgsmodell
Sein Kurs gefährdet die Wirtschaft der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.
Foto: AFPChina hat geschafft, was einem kommunistischen Staat generell nicht zugetraut wird: jahrzehntelang hohes Wirtschaftswachstum. Es war die Einleitung marktwirtschaftlicher Reformen unter dem damaligen Parteichef Deng Xiaoping vor allem in den 90er Jahren, die zu diesem Erfolg führte.
Ihm und seinen Nachfolgern war es zu verdanken, dass in der Volksrepublik privates Unternehmertum florieren konnte, die Volksrepublik für ausländische Investoren attraktiv wurde und der Konsum wuchs. Dank dieser Öffnungen hin zu mehr Marktwirtschaft ist China zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt aufgestiegen.
Doch unter dem aktuellen Staatschef Xi Jinping erodiert dieses Modell. Unter seiner Führung dreht die Kommunistische Partei (KP) die Reformen der vergangenen Jahre und die Bedeutung, die der Privatwirtschaft eingeräumt wurde, ein Stück weit zurück.
Die Reformer sind verstummt
Langfristig dürfte dieser Trend negative Folgen für die Volksrepublik haben, denn der wirtschaftliche Erfolg in den vergangenen Jahrzehnten ist nicht wegen der starken Rolle des Staates in China, sondern trotz dieser gelungen.
Doch die Reformer sind verstummt. Statt der Privatwirtschaft bekommen staatliche Unternehmen eine immer wichtigere Rolle zugeteilt. Der Zugriff der KP auf die Wirtschaft wird zunehmend stärker – trotz aller öffentlichen Beteuerungen der Staats- und Parteiführung zu mehr Markt und weniger Staat.