Bundestagswahl: Aschaffenburg-Effekt für die AfD? Das sagen Meinungsforscher
Berlin. Nach Einschätzung von Meinungsforschern könnte die neue Migrationsdebatte nach dem tödlichen Messerangriff von Aschaffenburg der AfD in die Hände spielen. „Die AfD könnte kurzfristig zulegen“, sagte der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, dem Handelsblatt. Es wäre daher ein Fehler, sich jetzt nur mit dem Thema Migration zu beschäftigen. „Wenn das passiert und das Thema Ökonomie vernachlässigt wird, dann hilft das nur der AfD.“
Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Insa, Hermann Binkert, schätzt das „maximal mögliche“ Wählerpotenzial der AfD auf gut 25 Prozent. „Das wird sich auch durch solch schlimme Ereignisse wie in Aschaffenburg nicht gravierend ändern“, sagte Binkert dem Handelsblatt.
Bisher standen Wirtschaftsthemen und der Umgang mit Donald Trump im Fokus des Wahlkampfs. Mit der Messerattacke von Aschaffenburg dürfte nun die Migrationspolitik zum zentralen Wahlkampfthema werden. Gut einen Monat vor dem Wahltermin ist der Streit darüber wieder neu entbrannt.
Politiker fordern rasche Aufklärung
Bei der Attacke mit zwei Toten und drei Verletzten hatte ein Geflüchteter aus Afghanistan eine Kindergartengruppe angegriffen. Er war ausreisepflichtig. Politikerinnen und Politiker dringen nun auf rasche Aufklärung.