BND: Der Spion, der von der Enttarnung aus der Zeitung erfuhr
Berlin. Bei der Sache mit der Pistole ist Arthur E. dann doch mulmig geworden. Der Mitarbeiter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, den Arthur E. nur als „Pawel“ kennt, zeigt die Waffe, als er aus seinem Jackett ein Papier hervorzieht. Demonstrativ sei das gewesen, sagte Arthur E. am Donnerstag vor Gericht aus. Dem Geschäftsmann mit russischen Wurzeln wird zusammen mit dem BND-Mitarbeiter Carsten L. vor dem Berliner Strafsenat der Prozess gemacht, da sie nach Erkenntnissen der Generalbundesanwaltschaft (GBA) für Russland spioniert haben sollen.
Arthur E. war bereits bei seiner Festnahme in den USA und in Deutschland von Ermittlern befragt worden, nun präsentiert er sich aussagewillig. Mit der Waffe habe der FSB ihn unter Druck setzen wollen, sagte er. Bei dem Treffen im abgeschirmten Raum eines Moskauer Nobelrestaurants hätte ihm „Pawel“ auch die Wohnorte seiner Eltern und Schwiegereltern genannt. „Die wussten alles über mich.“
Rückschlag für den BND
In dem Berliner Gerichtssaal wird einer der größten Spionagefälle aufgearbeitet, die den deutschen Auslandsgeheimdienst BND in den vergangenen Jahrzehnten erschüttert haben. In mindestens zwei Lieferungen soll der hochrangige Geheimdienstler Carsten L. zusammen mit Arthur E. geheim gestempelte Unterlagen im Jahr 2022 an die Russen transferiert haben. Dabei soll Arthur E. als eine Art Kurier gedient haben.