Bundestagswahl 2025: So wurde AfD-Frontfrau Alice Weidel so mächtig
Berlin. Niemand will mit ihr koalieren, dennoch wähnt sich AfD-Frontfrau Alice Weidel auf der Zielgeraden. Für ihre Partei läuft es wie geschmiert. Weidel wird mittlerweile von europäischen Regierungschefs empfangen. So wie diese Woche von Ungarns Premier Viktor Orban, der sie als „Zukunft Deutschlands“ pries.
Auch aus den USA kommt Unterstützung. US-Vizepräsident J.D. Vance traf sich am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz in einem Hotel mit Weidel. Später hieß es, das rund 30-minütige Gespräch, in dem es um den Krieg in der Ukraine und die deutsche Innenpolitik gegangen sein soll, sei „sehr entspannt und freundschaftlich“ verlaufen. Vance hatte vorab schon in einem Interview deutsche Politiker aufgefordert, „mit allen Parteien zusammenzuarbeiten, auch mit der rechtsextremen und einwanderungsfeindlichen Partei Alternative für Deutschland“. Nach den Attentaten in Magdeburg, Aschaffenburg und zuletzt in München bestimmt das AfD-Kernthema Migration den Wahlkampf.
Trotz oder gerade wegen ihres Erfolgs gilt Weidel als rätselhafte Politikerin voller Widersprüche. Tech-Milliardär Elon Musk bot ihr auf X Mitte Januar die größtmögliche Bühne, dort plauderten beide in einem Livegespräch kichernd über Gott und das Leben auf dem Mars. Auf der Parteitagsbühne im sächsischen Riesa eine Woche später polterte sie im ungleich schärferen Ton über Windkrafträder und Flüchtlinge.
Ähnlich widersprüchlich zur Radikalität ihrer Aussagen ist ihr poliertes Äußeres mit Perlenkette und Einstecktuch. Leute in der AfD, die sie gut kennen, beschreiben Weidel als Sympathieträgerin, abseits der öffentlichen Bühne könne sie auch albern sein. Und dann wäre da noch ihr Privatleben. Eine Antithese zur AfD, die ein traditionelles Familienbild propagiert: Die 46-jährige Weidel lebt mit ihrer in Sri Lanka geborenen Frau und zwei gemeinsamen Kindern in der Schweiz.