Bundestagswahl: „Kernschmelze für die CDU“ – Das sind die vier Lehren aus der Wahl
„Laschet war in den Augen der Mehrheit der Wähler und der Unionsanhänger von Anfang an der falsche Kandidat“, meint der Berliner Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer.
Foto: APBerlin. Klimaschutz, Digitalisierung, Altersvorsorge – in diesem Wahlkampf hätten großen Themen eine große Rolle spielen können. Doch starke Inhalte waren eher Nebensache. Stattdessen überwogen plakatives Geplänkel und die Suche nach persönlichen Fehlern bei den politischen Gegnern.
Es mag deshalb ein belangloser Wahlkampf gewesen sein. Doch sein Ergebnis ist es nicht. Der Wahlausgang ist in vielerlei Hinsicht ein Einschnitt.
Diese vier Lehren lassen sich daraus ziehen:
1. Laschet war der falsche Kandidat
Für CDU und CSU lief es in diesem Wahlkampf nicht wirklich rund. Sogar am Tag der Bundestagswahl patzte Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet. Bei der Stimmabgabe in seinem Wahllokal in Aachen faltete er den Stimmzettel so, dass beim Einwerfen in die Urne seine Kreuze für die CDU zu sehen waren. Die Szene am Sonntag sorgte im Netz prompt für Diskussionen.
Wahlentscheidend war der Vorgang freilich nicht. Aber er wirft ein Schlaglicht auf einen Kandidaten, dem es in den letzten Wochen nicht gelungen ist, die Stimmung in der Wahlbevölkerung zugunsten der Union zu drehen. „Laschet war in den Augen der Mehrheit der Wähler und der Unionsanhänger von Anfang an der falsche Kandidat, und seine Beurteilung hat sich im Wahlkampf noch deutlich verschlechtert“, sagte der Berliner Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer dem Handelsblatt.