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Euro 2024Faeser nennt Sicherheitslage vor Fußball-EM angespannt

Zehn Tage vor Beginn der Fußball-EM werden nicht nicht nur die sportlichen Aspekte wichtig. Besonders das Thema Sicherheit beschäftigt Bevölkerung und Politik. 04.06.2024 - 12:06 Uhr
Bundesinnenministerin Faeser und NRW-Innenminister Herbert Reul: 2,7 Millionen Menschen werden in den Stadien erwartet. Foto: REUTERS

Berlin. Zehn Tage vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft hat Bundesinnenministerin Nancy Faeser dazu aufgerufen, das Turnier als Chance für ein Zusammenrücken zu nutzen. Das sei wichtig, gerade in diesen „Zeiten der äußeren und inneren Bedrohung“, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem nordrhein-westfälischen Innenminister Herbert Reul (CDU).

Deutschland wolle ein guter Gastgeber sein, betonte Faeser. Es gehe darum, ein hoffentlich „friedliches Fußballfest“ zu feiern. Hundertprozentige Sicherheit könne es in einer freien Gesellschaft nie geben, sagte die Ministerin, „aber wir tun unser Bestmögliches“. Dafür sollen während der Europameisterschaft an allen deutschen Binnengrenzen vorübergehende Grenzkontrollen stattfinden, berichtete Faeser von ihrer Entscheidung. 

Reul, in dessen Bundesland vier der zehn Spielstätten liegen, verwies auf die insgesamt hohe Belastung für die Polizeikräfte während der Fußball-EM (14. Juni bis 14. Juli). „Das wird kein Spaziergang werden“, sagte der NRW-Minister. „Für die Sicherheitsbehörden wird das kein fröhliches Fest“, wies NRW-Innenminister Reul auf die Anstrengungen der Behörden hin. 

Seine Polizeibehörden müssten neben der Umgebung der Spielstätten, den Mannschaften und Fan-Zonen am letzten Juni-Wochenende auch noch als „kleines Zusatzvergnügen“ einen AfD-Bundesparteitag in Essen schützen, zu dem sich bereits zahlreiche Gegendemonstranten angekündigt haben. Dafür werde NRW wahrscheinlich noch Kräfte aus anderen Ländern brauchen.

Es werde mit den Sicherheitsbehörden der Teilnehmerländer zusammengearbeitet – dabei besonders mit Frankreich, erklärte Faeser. Die französische Polizei sei im Einsatz in Deutschland, die deutsche Bundespolizei bei der kurz auf die EM folgende Olympiade in Frankreich, sagte Faeser.

Sorge auch in der Bevölkerung

„Die Sicherheitslage ist angespannt“, sagte Faeser. Das gelte für den Cyberbereich ebenso wie für den Islamismus und andere Bereiche. Es gebe aber nach wie vor keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge während der EM. Die Ministerin sagte: „Wir sind bereit für unser Heimspiel für Europa.“

Fußball-Stadion in Köln: Die EM beginnt am 14. Juni. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Während sich zahlreiche Fans auf das Sportereignis freuen, dominieren Sorgen um die Sicherheitslage für einen großen Teil der Bevölkerung die UEFA Euro 2024. Dies zeigen die Ergebnisse mehrerer repräsentativer Umfragen. 

Demnach halten etwa zwei Drittel der Deutschen einen Cyber-Angriff für möglich, hält die  Management- und Technologieberatung „BearingPoint“ fest. Laut Meinungsforschungsinstitut „YouGov“ ist aber auch Spionage eine Bedrohung, die die Bundesbürger beschäftigt.

Zuletzt warnte der frühere Agent des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Conrad, vor Anschlägen auf die Fußball-Europameisterschaft durch Anhänger des „Islamischen Staates“ (IS).

„Das ist ein besonders naheliegendes Anschlagsziel, weil es eine Vielzahl an Angriffsszenarien ermöglicht. Da sind die Stadien oder der öffentliche Nahverkehr, aber auch alle Public-Viewing-Veranstaltungen“, sagte Conrad dem Handelsblatt. „Rein theoretisch“ seien auch Anschläge mit Drohnen möglich.

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2,7 Millionen Menschen werden Faeser zufolge in den Stadien und bis zu zwölf Millionen Menschen in den Fanzonen erwartet. Nordrhein-Westfalen nehme eine zentrale Koordinierungsrolle während der EM ein.

dpa, aki
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