FDP: Lindner schlägt Bijan Djir-Sarai als neuen FDP-Generalsekretär vor
Der FDP-Bundestagsabgeordnete Bijan Djir-Sarai soll neuer Generalsekretär seiner Partei werden.
Foto: imago/Oryk HAISTBerlin. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Bijan Djir-Sarai (45) soll neuer Generalsekretär seiner Partei werden. Parteichef Christian Lindner habe ihn am Montag kommissarisch für das Amt vorgeschlagen, hieß es aus dem Bundesvorstand der Partei.
Laut Satzung hat der Bundesvorsitzende das alleinige Vorschlagsrecht, aber ein Parteitag entscheidet später. Djir-Sarai soll somit Nachfolger von Volker Wissing werden, der Digital- und Verkehrsminister in der neuen Bundesregierung ist.
Die Nominierung gilt als Überraschung, da Djir-Sarai genau wie viele andere liberale Spitzenpolitiker aus NRW stammt. Neben Parteichef Lindner zählen dazu auch der erste parlamentarische Geschäftsführer, Johannes Vogel, sowie der liberale Justizminister Marco Buschmann.
Der Landesverband NRW ist somit in der Parteiführung der FDP deutlich überrepräsentiert. Außerdem verpasste Lindner somit die Chance, den bisher schwachen Frauenanteil in der Führungsriege von Partei und Fraktion deutlich auszubauen.
Djir-Sarai ist seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestags – unterbrochen von der dortigen Abwesenheit seiner Partei zwischen 2013 und 2017. Innerhalb der Fraktion ist der 45-Jährige gut vernetzt, da er auch die interne, 20-köpfige Landesgruppe aus NRW leitet.
Scharnier zur Union
Außerdem gilt Djir-Sarai als anschlussfähig an konservative Kreise, was ein wichtiger Grund für seine Nominierung gewesen sein könnte. Schließlich stehen im kommenden Jahr mit Schleswig-Holstein und NRW in zwei Bundesländern Landtagswahlen an, in denen die FDP gemeinsam mit der Union regiert.
Der Grevenbroicher ist zudem als Außenpolitiker seiner Partei bekannt und hat sich oft zu Menschenrechtsfragen geäußert – eine Position, die er auch mit den Erfahrungen seiner Kindheit begründet. Bis zu seinem zwölften Lebensjahr wuchs Djir-Sarai im Iran auf, bevor er zu seinem Onkel nach Deutschland zog. Mit 18 Jahren trat er in die FDP ein.
Nach dem Abitur studierte Djir-Sarai in Köln Betriebswirtschaftslehre und machte dort 2008 seinen Doktor. Der Titel wurde ihm allerdings 2012 wegen Plagiatsvorwürfen von der Universität wieder aberkannt. Bis zur Bundestagswahl 2017 arbeitete er als hauptamtlicher Dezernent für Informationstechnologie, Infrastruktur, Technik, Controlling und Organisation im Rhein-Kreis Neuss.
Für die FDP verkörpert Djir-Sarai mit seiner Lebensgeschichte somit auch das liberale Aufstiegsversprechen, mithilfe von Bildung Karriere machen zu können. Ein zentraler Punkt im liberalen Programm, um vor allem jüngere Wähler aus allen sozialen Schichten für die Partei zu gewinnen.
Mit Agenturmaterial