Gesundheitssystem: Kassen warnen vor Milliardenloch – Versicherten droht Beitragserhöhung
Die Gesundheitskosten explodieren. Auf die Krankenversicherten kommen womöglich saftige Beitragserhöhungen zu.
Foto: DigitalVision/Getty ImagesBerlin. Im zweiten Jahr seit Beginn der Pandemie stehen die gesetzlichen Krankenkassen vor einer finanziellen Schieflage. „Die Lage ist tatsächlich dramatisch“, warnt Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse, im Handelsblatt-Interview. Im Jahr 2022 drohe eine Finanzlücke von bis zu 19 Milliarden Euro, die auch höhere Beiträge für die Versicherten zur Folge haben könnte. „Wenn das Loch nicht mit Steuermitteln gefüllt wird, sehe ich keine andere Möglichkeit.“
Die Summe erklärt sich nicht nur mit der Schieflage durch Corona, sondern auch mit teuren Gesetzen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in den vergangenen Jahren, die zunehmend ihre Finanzwirkung entfalten. Müsste die Summe nur mit höheren Beitragssätzen gestemmt werden, würde dies einer Erhöhung von rund 1,3 Beitragssatzpunkten entsprechen.
Dies wäre in der Geschichte der gesetzlichen Krankenversicherungen ein nie da gewesener Sprung. Der Beitragssatz beschreibt den prozentualen Anteil am Bruttolohn, der an die Krankenkasse fließt. Der allgemeine Satz beträgt 14,6 Prozent. Darüber hinaus zahlen Versicherte einen Zusatzbeitrag, der 2021 bei durchschnittlich 1,3 Prozent liegt.