Gipfeltreffen: Der Westen isoliert Russland im Kreis der G20 wohl weiter – Unterhändler greifen dafür zu zwei Kniffen
Keine Spaltung der G20.
Foto: APBali. Die Gruppe der 20 führenden Wirtschaftsnationen (G20) hat Russland auf ihrem Gipfel in Bali überraschend ein klares Stoppzeichen gesetzt. Mit dem Einsatz von Atomwaffen zu drohen sei „unzulässig“, heißt es im Entwurf der Abschlusserklärung. Dieser wollen alle Mitglieder zustimmen, also auch China. Das Land hatte Russland bisher diplomatisch im Ukrainekrieg immer unterstützt.
Damit gerät Russland knapp neun Monate nach Beginn seines Überfalls auf das Nachbarland international weiter in die Isolation. Eine Einigung der G20-Staaten auf eine Warnung mit Blick auf den möglichen Einsatz von Atombomben seitens Russlands gilt nach Einschätzung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) als wichtiger „Haltepunkt“ für Moskau. Mit der Unterstützung Chinas für die Abschlusserklärung verliere „Russland ein Druckmittel“, hieß es in Verhandlungskreisen.
In dem Entwurf für die Abschlusserklärung heißt es zudem, die meisten Mitglieder verurteilten den Krieg in der Ukraine aufs Schärfste und betonten, dass er immenses menschliches Leid verursacht. Der Bundeskanzler räumte allerdings ein, dass „natürlich hier auch andere Ansichten existieren“.