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IG BCE-Chef„Ich hätte Verantwortung übernommen” – So scheiterte Michael Vassiliadis' Griff nach dem DGB-Vorsitz

Die Nachfolgesuche für Reiner Hoffmann an der Spitze des Deutschen Gewerkschaftsbunds bleibt schwierig. Der oberste Chemiegewerkschafter wollte, fand aber keine Mehrheit.Frank Specht 17.01.2022 - 17:58 Uhr Artikel anhören

„Ich hätte die Verantwortung übernommen, aber jetzt ist das Thema für mich erledigt.“

Foto: dpa

Berlin. Wenn die Pflicht ruft, dann steht Michael Vassiliadis bereit – auch wenn die Aufgabe heikel ist. Als Mitglied der Kohlekommission verhandelte der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) den sozialverträglichen Kohleausstieg mit. Und die Bundesregierung berief den 57-Jährigen auch in ihren Wasserstoffrat, der die Klimawende vorantreiben soll.

Also stand Vassiliadis jetzt auch bereit, als die IG Metall in den eigenen Reihen keinen passenden Bewerber für die Nachfolge von Reiner Hoffmann, Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), fand, der sich im Mai in den Ruhestand verabschiedet. Die Metaller haben das Vorschlagsrecht. Eine Frau sollte es möglichst werden – und wenn schon das nicht, dann wenigstens jemand, der sich mit dem zentralen Zukunftsthema der industriellen Transformation auskennt.

Da die mit einem eigenen ungelösten Nachfolgeproblem kämpfende IG Metall selbst aber keine geeigneten Bewerber aufbieten konnte, klopfte sie irgendwann bei Vassiliadis an, ob er es nicht selbst machen wolle. Als dienstältester der acht DGB-Gewerkschaftsbosse ist der IG-BCE-Chef ohnehin am Zug, die Hoffmann-Nachfolge zu organisieren.

Vassiliadis war bereit, den Job als politische Stimme der Arbeitnehmer zu übernehmen, obwohl das kein vergnügungssteuerpflichtiger Job ist, da gewerkschaftliche Alphatiere wie IG-Metall-Chef Jörg Hofmann oder Verdi-Boss Frank Werneke auch ganz gerne ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen.

Und obwohl der IG-BCE-Vorsitzende erst im Oktober vergangenen Jahres mit 97,4 Prozent für eine vierte Amtszeit wiedergewählt worden war und seiner eigenen Organisation damit eine Nachfolgedebatte beschert hätte.

Doch, so machte Vassiliadis am Montag bei der Jahrespressekonferenz der IG BCE enttäuscht klar, habe es unter den acht DGB-Gewerkschaftschefs keinen einhelligen Rückhalt für seine Kandidatur gegeben. Das Ganze hätte besser organisiert werden können, betonte der Gewerkschafter.

DGB sucht weiter neuen Chef

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Nun geht die Suche nach einem Hoffmann-Nachfolger in die nächste Runde, aber Vassiliadis ist nach eigenen Worten aus dem Rennen: „Ich hätte die Verantwortung übernommen, aber jetzt ist das Thema für mich erledigt“, sagte er.

Auch in seiner bisherigen Position wird sich das SPD-Mitglied aber weiter lautstark in Berlin zu Wort melden – etwa, wenn er die Bundesregierung davor warnt, bei der Energie- und Klimawende das Vertrauen der Bürger zu verspielen. Der Plan, den Klimaschutzminister Robert Habeck vergangene Woche präsentiert hatte, überzeugt Vassiliadis jedenfalls noch nicht: „Ehrlich gesagt, habe ich ein bisschen mehr erwartet.“

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