Krankenhausreform: Finanzlage deutscher Kliniken verschlechtert sich dramatisch
Berlin. Die finanzielle Situation der deutschen Krankenhäuser hat sich dramatisch verschlechtert, wie eine aktuelle Auswertung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Curacon zeigt: Kliniken waren im vergangenen Jahr kaum noch profitabel. Die Umsatzrendite betrug 0,1 Prozent – 2022 und 2021 waren es noch 0,6 Prozent.
Niels Wantia von Curacon, der die Analyse erstellt hat, gibt zu bedenken: „Das ist ein Durchschnittswert – viele Krankenhäuser schreiben bereits rote Zahlen.“
Die Branche ist sich einig: Die Krankenhauslandschaft muss dringend reformiert werden. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat dafür die Weichen gestellt und das Gesetz zur Verbesserung der Krankenhausversorgung (KHVVG) auf den Weg gebracht. Ob seine Pläne die Kliniken aus ihrer finanziellen Not befreien können, bleibt allerdings umstritten.
Ein weiteres Indiz für die kritische Lage sind die sinkenden Patientenzahlen. Im vergangenen Jahr behandelten die Krankenhäuser durchschnittlich zwölf Prozent weniger Patientinnen und Patienten als 2019, vor der Coronapandemie. Weniger Fälle bedeuten aber nicht automatisch weniger Einnahmen, da Operationen unterschiedlich hoch vergütet werden.