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Künstliche IntelligenzSPD und Grüne erwägen KI-Steuer

Der Einsatz von KI könnte viele Jobs überflüssig machen – und den Staat dadurch Steuereinnahmen kosten. In der Ampelkoalition beginnt die Suche nach neuen Geldquellen.Jürgen Klöckner, Dietmar Neuerer, Julian Olk 21.06.2023 - 16:21 Uhr Artikel anhören

Wie sehr KI tatsächlich den Arbeitsmarkt umwälzen wird, ist noch weitestgehend unerforscht.

Foto: Getty Images

Berlin. Künstliche Intelligenz wird die Arbeitswelt revolutionieren, wahrscheinlich noch stärker als das Internet. Experten warnen, dass KI-Programme schon bald die Jobs von Dolmetschern, Buchhaltern, Programmierern, vielleicht auch Anwälten und Redakteuren übernehmen könnten. 

Das ruft die Politik auf den Plan. In der Ampelkoalition wird die Forderung laut, den Einsatz der Technologie zu besteuern. „Grundsätzlich kann man darüber nachdenken“, sagte der Co-Chef der SPD-Linken, Sebastian Roloff, dem Handelsblatt.

„Die Idee der KI-Steuer gleicht dem Konzept der Maschinensteuer, die auch bisher schon ins Spiel gebracht wurde, wenn technischer Fortschritt Arbeitsplätze und damit Einnahmen des Staates wegfallen lässt.“ Dadurch würde Geld für öffentliche Investitionen sowie die Sozialversicherung fehlen – also etwa für die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung.

Ähnlich äußerte sich der Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch. „Eine angemessene Besteuerung digitaler Großkonzerne ist Voraussetzung für künftigen Wohlstand für alle“, sagte Audretsch dem Handelsblatt. Eine KI-Steuer wäre eine Möglichkeit, Kapital zu besteuern.

Sie könnte etwa Unternehmen treffen, die KI-Programme verkaufen oder im großen Stil nutzen. Eine solche Abgabe sei zwar derzeit kein konkretes Vorhaben der Koalition, betonte Audretsch. „Wir werden aber in den kommenden Jahren beantworten müssen, ob es nicht klüger wäre, Kapitaleinkommen stärker und
Arbeitseinkommen geringer zu besteuern.“

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