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PandemieRKI meldet fast 15.000 Neuinfektionen in Deutschland

In die Zahl sind auch Fälle eingerechnet, die am Vortag wegen einer Panne noch nicht erfasst wurden. Dennoch steigen Sorgen vor einem zweiten Lockdown. 24.10.2020 - 10:31 Uhr Artikel anhören

Eine Kundin lässt sich vor einem Geschäft auf dem Berliner Kurfürstendamm von einem Sicherheits-Mitarbeiter die Temperatur messen.

Foto: dpa

Berlin. Das Robert-Koch-Institut hat erstmals mehr als 14.000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages in Deutschland gemeldet. Die am Samstag registrierte Zahl von 14.714 wäre eigentlich ein neuer Rekord, allerdings wurden wegen technischen Übermittlungsproblemen zwischen dem RKI sowie Gesundheitsämtern und Landesbehörden am Donnerstag einige Fälle nachgemeldet.

Um wie viele Fälle es sich dabei handelt, war zunächst unklar. Insgesamt haben sich damit in Deutschland seit Beginn der Pandemie 418.005 Menschen mit dem neuartigen Virus angesteckt. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle stieg dem RKI zufolge über die Marke von 10.000, sie erhöhte sich wie am Vortag um 49 auf nun 10.003. Als genesen gelten 314.100 Menschen.

Ab 20.000 Infizierten sei ein zweiter Lockdown nötig, hatte der Weltärztepräsident Ulrich Montgomery der „Rheinischen Post“ gesagt. Denn ab dieser Schwelle gerate die Lage außer Kontrolle. Immer mehr Gesundheitsämter geraten bereits jetzt an ihre Grenzen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bezeichnete die Infektionslage als „dramatisch“, warnte aber zugleich vor einem Herunterfahren der Wirtschaft. „Einen neuen flächendeckenden Lockdown darf es nicht geben und ich halte ihn auch nicht für erforderlich“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Es kommt auf entschiedenes Handeln an – dort, wo es notwendig ist.“

Altmaier machte zugleich Einschränkungen mit Blick auf die Wachstumsprognose der Regierung für das kommende Jahr: „Die positiven Konjunkturannahmen, die wir für das Jahr 2021 gemacht haben – also ein substanzielles Wachstum in der Größenordnung von mindestens vier Prozent – stehen natürlich unter dem Vorbehalt, dass es uns gelingt, die hohen Infektionszahlen wieder zu senken.“ Der Minister kündigte einen Vorschlag für neue Corona-Wirtschaftshilfen an.

Zurzeit mehr als 8000 freie Intensivbetten

Die Krankenhäuser sehen sich trotz der stark steigenden Infektionszahlen für die zweite Corona-Welle gut gerüstet. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, bezeichnet die aktuelle Situation als beherrschbar. „Die Krankenhäuser sind hoch alarmiert, ohne hektisch zu sein“, sagte Baum dem „Mannheimer Morgen“.

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Zurzeit gebe es mehr als 8000 freie Intensivbetten, wobei durch Verschieben von nicht notwendigen Behandlungen weitere 10.000 Betten frei gemacht werden könnten. „Außerdem müssen nicht alle Patienten, die mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kommen, intensivmedizinisch behandelt werden.“ Laut Baum werden derzeit 6000 Patienten in Krankenhäusern wegen Covid-19 behandelt, etwa 1000 davon liegen auf der Intensivstation. „Die Kapazitäten werden noch lange reichen, ehe es bedenklich wird.“ Damit die Lage in den nächsten Wochen und Monaten aber nicht außer Kontrolle gerate, sei insgesamt sehr viel Vorsicht und Einsatzbereitschaft gefordert.

Die Zahl der Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung war RKI-Daten zufolge zuletzt um 91 auf 1121 gestiegen. Knapp 500 davon werden beatmet.

rtr, catk
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