Rauschmittel: Ampel-Pläne zu neuer Drogenpolitik: So könnte die legale Abgabe von Cannabis laufen
Unter einer Ampel-Koalition könnte die Legalisierung von Cannabis kommen.
Foto: ReutersBerlin. Im Wahlkampf hatte Christian Lindner immer wieder betont, dass ihm die Fantasie für ein Ampel-Bündnis fehle. Nur in einem Punkt hatte der FDP-Vorsitzende vier Tage vor dem Wahlabend eine Überschneidung bei SPD, Grünen und Liberalen ausgemacht.
Es gebe im FDP-Programm im Grunde nur die Legalisierung von Cannabis, die für seine Partei in einer Ampelkoalition leichter durchzusetzen wäre als mit der Union, sagte Lindner in einem Interview. Zweieinhalb Wochen nach der Wahl und drei Sondierungsrunden später scheint nicht nur eine Ampel-Koalition, sondern auch die Legalisierung von Cannabis tatsächlich wahrscheinlicher zu werden.
Was spricht aus politischer Sicht dafür, den Cannabis-Konsum zu legalisieren?
Bevor Kirsten Kappert-Gonther in die Politik ging, hat sie 25 Jahre als Ärztin Suchtkranke behandelt. Trotzdem befürwortet die Grünen-Politikerin, die seit 2017 drogenpolitische Sprecherin ihrer Fraktion im Bundestag ist, eine Legalisierung von Cannabis. Denn dadurch würde der Konsum sicherer werden als bisher. „Durch einen staatlich kontrollierten Anbau und Verkauf wäre garantiert, dass keine Streckmittel beigefügt werden“, sagt Kappert-Gonther.
Ihr zufolge kämen die Gefahren von Cannabis-Konsum neben zu starker Dosierung der THC-Wirkstoffe von Streckmitteln wie Haarspray, geriebenen Bleistoffen oder gar Glasstückchen. Zudem würden auf dem Schwarzmarkt immer öfter synthetische Cannabinoide beigefügt, die das Nervensystem angreifen könnten.