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Sharmahd-HinrichtungDeutscher Botschafter verlässt den Iran

Die Todesstrafe gegen den Deutsch-Iraners Djamshid Sharmahd bleibt nicht ohne Folgen. Die Beziehungen zwischen Berlin und Teheran verschlechtern sich weiter. 30.10.2024 - 15:34 Uhr Artikel anhören
Auf einem Foto bei einer Kundgebung vor dem Auswärtigen Amt ist der Deutsch-Iraner Djamshid Sharmahd zu sehen, der im Iran hingerichtet wurde. Foto: Christophe Gateau/dpa

Berlin. Nach der Hinrichtung des deutsch-iranischen Doppelstaatsbürgers Djamshid Sharmahd hat der deutsche Botschafter im Iran, Markus Potzel, das Land verlassen. Das teilte das Auswärtige Amt mit. Der Diplomat wurde „zu Konsultationen“ nach Berlin beordert.

Man werde sehen, wie lange diese dauerten, sagte ein Ministeriumssprecher. Er bekräftigte, der Iran wisse, dass er „zeitnah mit Maßnahmen“ zu rechnen habe. Es sei ja klar, dass die Ermordung eines deutschen Staatsbürgers die Beziehungen zu Iran, die schon auf ein Minimum heruntergefahren worden seien, „extrem belasten“.

Das Außenministerium äußerte sich dankbar über die Solidarität der europäischen Partner, die die Hinrichtung ebenfalls klar verurteilt hätten. „Es ist auch klar, dass für die EU-Iran-Beziehungen ernste Konsequenzen dräuen“, sagte der Sprecher.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell habe gestern in Absprache mit der Bundesregierung gezielte und signifikante Maßnahmen angekündigt. Im Blick stünden „gezielte und signifikante Maßnahmen“, die nun gemeinsam vorangetrieben würden. „Dabei werden wir natürlich auch über das Thema Sanktionen sprechen.“

Irans Justiz hatte Sharmahds Hinrichtung am Montag bekanntgegeben. Er war im Frühjahr 2023 in einem umstrittenen Prozess nach Terrorvorwürfen zum Tode verurteilt worden. Die Bundesregierung, Angehörige und Menschenrechtler wiesen die Anschuldigungen gegen ihn vehement zurück. Das Auswärtige Amt hatte am Dienstag bereits den Geschäftsträger der iranischen Botschaft einbestellt, um ihm den scharfen Protest gegen das Vorgehen mitzuteilen. Auch Botschafter Potzel hatte in Teheran beim iranischen Außenministerium protestiert.

dpa, rtr
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