Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Sicherheitsbericht Paul-Ehrlich-Institut meldet Anstieg auf 67 Thrombosefälle nach Astra-Zeneca-Impfung

Die Zahl der schweren Thrombosefälle nach einer Impfung mit dem Corona-Vakzin von Astra-Zeneca ist weiter gestiegen. Impfwillige sollten einige Punkte beachten.
07.05.2021 - 22:25 Uhr Kommentieren
Die Anzahl der schwerwiegenden Thrombosefälle steigt auf 67. Laut Paul-Ehrlich-Institut ist der Nutzen des Vakzins jedoch nach wie vor weitaus größer, als die Risiken. Quelle: AFP
Impfstoff des Pharmaunternehmens Astra-Zeneca

Die Anzahl der schwerwiegenden Thrombosefälle steigt auf 67. Laut Paul-Ehrlich-Institut ist der Nutzen des Vakzins jedoch nach wie vor weitaus größer, als die Risiken.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Die Zahl der gemeldeten schweren Fälle von Thrombosen im Zusammenhang mit Astra-Zeneca-Impfungen liegt mittlerweile bei 67. Dies geht aus einem aktuellen Sicherheitsbericht vom Freitag hervor, der auf der Seite des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) abrufbar ist.

Bis zum 30. April 2021 sind laut dem Bericht zudem 14 Patienten, davon fünf Männer und neun Frauen, verstorben. Knapp 5,8 Millionen Bundesbürger haben bis dahin den Impfstoff verabreicht bekommen.

Mitte April hatte die Zahl der gemeldeten Thrombosefälle bei 4,2 Millionen Impfungen noch bei 59 gelegen. Die Zahl der Verstorbenen hatte zwölf betragen. Die Quote der Thromboseerkrankungen nach einer Impfung ist damit sogar leicht von rund 0,0014 Prozent auf 0,00116 Prozent gesunken.

Bei zwei Dritteln der 67 Thrombosefälle handelte es sich dem Bericht zufolge um die sehr seltene Sinusvenenthrombose. Diese schwerwiegende Nebenwirkung sei „dabei stets im Kontext des nachgewiesenen Nutzens der Impfung, nämlich Schutz vor schweren und tödlichen Covid-19-Erkrankungen“, zu sehen, berichtet das Paul-Ehrlich-Institut. Insbesondere Personen, die 60 Jahre und älter sind, profitieren demnach von der Impfung.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Aufteilung der Thrombosen nach Altersgruppen und Geschlecht

    Altersgruppe 20-29: Frauen 9 – Männer 5

    Altersgruppe 30-39: Frauen 8 – Männer 7

    Altersgruppe 40-49: Frauen 10 – Männer 1

    Altersgruppe 50-59: Frauen 11 – Männer 1

    Altersgruppe 60-69: Frauen 10 – Männer 1

    Altersgruppe 70-79: Frauen 2 – Männer 1

    Altersgruppe 80-89: Frauen 0 – Männer 0

    unbekannt: Frauen – Männer 1

    Gesamt: Frauen 50 – Männer 17

    Quelle: Paul-Ehrlich-Institut

    Bund und Länder hatten am Donnerstag die Aufhebung der Bevorzugung von Risikogruppen beim Astra-Zeneca-Impfstoff beschlossen. Künftig können sich somit alle Volljährigen ohne Priorisierung mit dem Vakzin namens Vaxzevria des britisch-schwedischen Herstellers impfen lassen.

    Auf der Basis der verfügbaren Daten, sowie der gegenwärtigen pandemischen Lage, hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) am 1. April 2021 empfohlen, die Impfung mit dem Impfstoff von Astra-Zeneca für Personen im Alter von über 60 Jahren zu verwenden. Die Anwendung des Vakzins unterhalb der empfohlenen Altersgrenze bleibe zudem nach ärztlichem Ermessen und sorgfältiger Aufklärung auch möglich, so die Stiko.

    Wer befürchtete Abstriche bei der Wirksamkeit nicht scheut, kann die zwei nötigen Astra-Zeneca-Spritzen in einem Abstand von nur vier Wochen erhalten. Mit etwas Termin-Glück winkt Geimpften damit noch vor den Sommerferien eine Lockerung der Corona-Maßnahmen.

    Was Impfwillige beachten sollten

    In der kommenden Woche, so kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag an, soll eine Million Dosen des Vektorimpfstoffs an die Arztpraxen geliefert werden. Diese werden dann ohne Priorisierung vergeben.

    Patienten, die das Impfangebot in Betracht ziehen, empfiehlt das Paul-Ehrlich-Institut in seinem Bericht folgende Punkte zu beachten:

    • Nach den bisherigen internationalen Daten sind vorwiegend Frauen unter 60 Jahren von den schweren Thrombosefällen mit Thrombozytopenie (TTS) betroffen. Dieser Zustand bezeichnet eine zu geringe Menge von Blutplättchen, sogenannten Thrombozyten, im Blut.
    • Wenn geimpfte Personen wenige Tage nach der Impfung Symptome wie Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Beinschwellungen, Schmerzen im Bein oder anhaltende Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen entwickeln, sollte umgehend eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.
    • Außerdem sollten sich alle Personen, die nach der Impfung neurologische Symptome wie etwa starke oder anhaltende Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen oder Krampfanfälle aufweisen, umgehend ärztlich untersuchen lassen.
    • Auch Personen, bei denen nach einigen Tagen auf der Haut Blutergüsse außerhalb der Injektionsstelle der Impfung auftreten, sollten zum Arzt gehen.
    • „Personen, bei denen innerhalb von drei Wochen nach der Impfung mit Vaxzevria eine Thrombozytopenie (TTS) diagnostiziert wird, sollten aktiv auf Anzeichen einer Thrombose untersucht werden“, heißt es weiter in dem Bericht. Gegebenenfalls sind wiederholte Untersuchungen auf eine Thrombozytopenie (TTS) erforderlich.
    • Die TTS, ein Mangel an Blutplättchen, erfordert ein spezialisiertes klinisches Management. Eine Standardtherapie gibt es bislang nicht. In jedem Fall sollten jedoch Spezialisten wie zum Beispiel Hämatologen und Gerinnungsspezialisten konsultiert werden.

    Mit Agenturmaterial

    Mehr: Bund und Länder heben Priorisierung für Astra-Zeneca auf – Impfangebot für Jugendliche bis Sommerferien-Ende

    Startseite
    Mehr zu: Sicherheitsbericht - Paul-Ehrlich-Institut meldet Anstieg auf 67 Thrombosefälle nach Astra-Zeneca-Impfung
    0 Kommentare zu "Sicherheitsbericht: Paul-Ehrlich-Institut meldet Anstieg auf 67 Thrombosefälle nach Astra-Zeneca-Impfung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%