Steuern: Merz zweifelt Handelsblatt-Bericht an, aber Institute widersprechen
Berlin. Schon als Moderatorin Sandra Maischberger die Frage stellt, reagiert Friedrich Merz mimisch. Im TV-Duell am Sonntagabend zieht er ungläubig die Augenbrauen hoch, als Maischberger von einem 111 Milliarden Euro großen Loch spricht, das das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) durch die Steuerpläne der Union entstehen sieht. Dann sagt Merz, was er von den Berechnungen hält.
„Dass eine solche Zahl vom DIW kommt, wundert mich nicht. Alles andere hätte mich überrascht“, sagt er. Damit spielte er auf den häufig geäußerten Vorwurf an, das DIW weise eine inhaltliche Nähe zur SPD und den Grünen auf. Ist das in diesem Fall berechtigt?
Das Handelsblatt hatte am Sonntag exklusiv über die Berechnungen des DIW berichtet. Die Ergebnisse besagen im Kern, dass die Steuerpläne, die in den Wahlprogrammen von CDU, FDP und AfD stehen, Löcher in den Staatshaushalt reißen würden, die sich auch nicht durch ein stärkeres Wachstum schließen ließen. Nach der Analyse der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler würden die Versprechen der Union die Steuereinnahmen um 111 Milliarden Euro senken.