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Studie zum 9-Euro-Ticket„Teure und ineffiziente Klimaschutz- Maßnahme“

Mit dem Neun-Euro-Ticket sollten mehr Menschen dazu gebracht werden, auf Bus und Bahn umzusteigen. Doch eine Studie zeigt: Bei Berufspendlern ist das kaum gelungen. 02.09.2024 - 10:04 Uhr Artikel anhören
Mit dem Neun-Euro-Ticket sind die Verspätungen gestiegen. Foto: IMAGO/Rüdiger Wölk

Berlin. Etwas weniger Autoverkehr, dafür deutlich mehr Zugverspätungen: Die Bilanz des vor gut zwei Jahren eingeführten und befristeten Neun-Euro-Tickets für den öffentlichen Personennahverkehr rechtfertigt einer Studie zufolge nicht dessen hohe Kosten.

Das vom 1. Juni bis 31. August 2022 geltende Sonderangebot verringerte den Autoverkehr um vier bis fünf Prozent, wie aus der am Montag veröffentlichten Untersuchung des Münchner Ifo-Instituts, der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg und der Universität Salzburg hervorgeht. Weil die Züge zugleich stärker ausgelastet waren, verspäteten sie sich aber zugleich um 30 Prozent häufiger.

„Das Neun-Euro-Ticket kostete den Bund 2,5 Milliarden Euro und reduzierte den Autoverkehr nur wenig“, bilanzierte die Leiterin des Ludwig Erhard Ifo Zentrums für Soziale Marktwirtschaft in Fürth, Sarah Necker. „Damit war es eine teure und ineffiziente Klimaschutzmaßnahme.“

Vor allem im Regionalverkehr kamen Züge demnach oft zu spät. Dort war das Neun-Euro-Ticket direkt gültig. Indirekt seien jedoch auch Fernzüge betroffen gewesen.

Insgesamt fuhren durch das Neun-Euro-Ticket fast 430.000 Personen pro Tag mehr mit dem Zug. „Zugfahrten haben zudem vor allem an Wochenenden zugenommen“, sagte der Professor für Volkswirtschaftslehre an der FAU Nürnberg, Mario Liebensteiner. „Dies zeigt, dass die Menschen das Neun-Euro-Ticket für zusätzliche Freizeitaktivitäten genutzt haben.“

Kaum Rückgang der Autofahrten im Pendelverkehr

Hingegen sei bei den klassischen Pendelzeiten unter der Woche der Rückgang der Autofahrten gering ausgefallen. Nach Auslaufen des Tickets sank die Zahl der Zugfahrten der Studie zufolge wieder auf das Ausgangsniveau ab, in der Tendenz sogar leicht darunter.

Die Autorinnen und Autoren der Studie gehen davon aus, dass das seit März 2023 gültige Deutschlandticket einen ähnlichen Effekt haben dürfte wie das Neun-Euro-Ticket. Das deutlich teurere Deutschlandticket dürfte den Autoverkehr „vermutlich noch weniger reduzieren, selbst wenn es länger verfügbar ist“, sagte Necker.

Es sei davon auszugehen, dass das Deutschlandticket denjenigen zugutekomme, die schon vorher regelmäßig den öffentlichen Nahverkehr genutzt haben und dies nun zu einem günstigeren Preis tun können.

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Für die Studie wurden unter anderem Mobilitätsdaten von GPS-Geräten, Verkehrsvolumendaten über die durchschnittliche Anzahl der Fahrzeuge pro Woche an verschiedenen Verkehrszählstellen in Deutschland sowie Zugverkehrsdaten der Deutschen Bahn ausgewertet. Das Neun-Euro-Ticket war Teil des Entlastungspakets, das die Bundesregierung aufgrund der wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine gestiegenen Energiekosten beschlossen hatte.

rtr
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