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Teil-Lockdown Signale stehen auf mehr Masken- und Testpflicht für Schulen

Die Stoßrichtung ist klar: Die Schulen sollen weiter offen bleiben. Klare Positionen gibt es vor dem Treffen der Regierungschefs auch in puncto Ferien und Klassenteilungen.
23.11.2020 - 17:10 Uhr Kommentieren
Der Schulbetrieb steht während der Coronakrise vor großen Herausforderungen. Quelle: dpa
Hochgestellte Stühle in einem Grundschul-Klassenzimmer

Der Schulbetrieb steht während der Coronakrise vor großen Herausforderungen.

(Foto: dpa)

Berlin Die Schulen bleiben weiter geöffnet, die Masken- und die Testpflicht von Quarantäne-Rückkehrern werden jedoch ausgeweitet – und bundesweit einheitlich geregelt. Bei hohen regionalen Infektionszahlen gehen zunächst die älteren Schüler in Wechselunterricht, je nach Lage auch die jüngeren – aber keinesfalls die Grundschüler. Das ist die Marschrichtung, die sich vor dem Treffen der Regierungschefs am Mittwoch zur Verlängerung des November-Lockdowns abzeichnet. 

Vor allem das Kanzleramt hatte zuvor auf strengere Regeln gedrängt, doch die Länder wiesen dies in ihrem Vorschlag zurück. Basis war ein einstimmiger, parteiübergreifender Beschluss der Kultusminister vom vergangenen Freitag. 

Schulen gelten nach wie vor nicht als Treiber der Pandemie. Am 12. November waren dort nur 0,17 Prozent der Schüler infiziert. 106 von insgesamt 40.000 Schulen waren geschlossen. Diese Daten wollen die Kultusminister künftig wöchentlich veröffentlichen, kündigte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Stefanie Hubig (SPD), an. Die neuen Zahlen seien „in den nächsten Tagen zu erwarten“.

Zudem hätten die Kultusminister eine Metastudie über alle bisherigen Schulstudien in Auftrag gegeben, deren Ergebnis Anfang 2021 vorliegen soll. Ihr Argument: Zu den meisten Infektionen kommt es außerhalb der Schule. Außerdem sei die Schule mit verbindlichen Regeln ein sicherer Ort – bei privaten Treffen könne das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln hingegen nicht garantiert werden.

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    Zuletzt hatten auch die Kinder- und Jugendärzte gefordert, die Schulen möglichst offen zu lassen. Zudem könnten „Ausbrüche in Schulen oder Kitas verhältnismäßig einfach kontrolliert und gestoppt werden“, sagte Thomas Fischbach, Präsident des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

    Konkret soll nach dem SPD-Länder-Konzept in Regionen mit einer Inzidenz von „deutlich mehr“ als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ab Klasse sieben künftig das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung im Unterricht Pflicht sein. Schulen ohne Infektionen können ausgenommen werden.

    Bisher macht jedes Land, was es will: So gilt in Hamburg und Sachsen nur in der Oberstufe eine Maskenpflicht, in Rheinland-Pfalz bereits ab Klasse fünf. Schleswig-Holstein und Bayern schreiben sie auch für Grundschüler vor. 

    Keine verlängerten Weihnachtsferien

    Die konkrete Gestaltung des Hybridunterrichts – also des wochen- oder tageweisen Wechsels von Distanz- und Präsenzunterricht – für Schüler der weiterführenden Schulen soll Ländersache bleiben. Die Kultusminister haben sich aber darauf geeinigt, dass bei Bedarf zunächst die Oberstufenschüler und erst dann die jüngeren Schüler der weiterführenden Schulen so unterrichtet werden sollen. Abschlussklassen sollen, wenn möglich, grundsätzlich Präsenzunterricht erhalten.

    Dafür sieht das SPD-Länder-Papier Folgendes vor: Wenn sich jemand infiziert, wird „die definierte Gruppe zusammen mit den betroffenen Lehrkräften für fünf Tage in Quarantäne geschickt“. Damit soll es weiterhin möglich sein, dass Gesundheitsämter und Schulen vor Ort die Möglichkeit haben, statt ganzer Klassen nur die Sitznachbarn nach Hause zu schicken. 

    Bereits am fünften Tag solle ein Antigen-Test erfolgen – das würde bei negativem Ergebnis die bisher in der Regel zweiwöchige Quarantäne deutlich verkürzen und so mehr Unterricht möglich machen. Dafür soll der Bund den Schulen über die Länder mehr Antigen-Tests zur Verfügung stellen.

    Kein Thema für die SPD-Länder sind verlängerte Weihnachtsferien. Die Union hingegen pocht darauf, dass diese schon am 21.Dezember beginnen sollen, „um Kontaktreduzierung vor Weihnachten zu ermöglichen“.  Dies hatte etwa NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) schon für sein Land beschlossen. 

    Verzicht auf Klassenteilungen

    Auch von Klassenteilungen in der Schule, auf die der Bund gedrängt hatte, soll abgesehen werden. Das hatte bereits der Lehrerverband strikt abgelehnt: Dafür gebe es weder die nötigen Räume noch die Lehrer.

    Im Kreis der Kultusminister wird ähnlich argumentiert: In den Schulen seien auch am Nachmittag viele Räume besetzt, weil vielfach bis zur achten Stunde unterrichtet werde. Zudem gebe es am Nachmittag kaum die nötigen Schülertransporte. Ausweichräume in Gaststätten seien für Unterricht gänzlich ungeeignet. 

    Mehr: Ola Källenius und Jörg Rocholl im Interview: „Hauptsache, es fließt mehr Geld in die Digitalisierung der Schulen“

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