Vorbild Patagonia: Die Zukunft von Treuhand-Unternehmen in Deutschland
Der Gründer der Firma hat das Eigentum an eine gemeinnützige Stiftung übertragen.
Foto: dpaBerlin. Wenn es um treuhändisches Unternehmertum geht, wird neuerdings gerne der kalifornische Outdoor-Bekleidungshersteller Patagonia genannt. Der Gründer übertrug seine Firma an eine gemeinnützige Stiftung. Künftig sollen Gewinne in den Kampf gegen den Klimawandel fließen.
Für Deutschland hat nun Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nachhaltig orientierte Unternehmer als „wirtschaftliche Avantgarde“ gewürdigt.
Es gehe um die Idee, „Kapital im Unternehmen zu binden, um dessen Substanz zu erhalten und damit dauerhaft dem Unternehmenszweck zu dienen, statt im Quartalstakt maximale Renditeansprüche einiger weniger zu erfüllen“, sagte Steinmeier am Freitag beim „Tag des treuhändischen Unternehmertums“ in Berlin.
Vorbild Patagonia: „Zeitgemäße Form“ für bekanntes Konzept
Das Unternehmertreffen wurde von der Stiftung Verantwortungseigentum mitveranstaltet, die sich dafür einsetzt, dass eine neue Unternehmensform mit „gebundenem Vermögen“ geschaffen wird.
Zwar sei die langfristige Orientierung unternehmerischen Handelns in der Sozialen Marktwirtschaft angelegt und werde von vielen traditionsreichen mittelständischen Firmen und Familienunternehmen repräsentiert, erklärte der Bundespräsident. Es sei aber richtig, solchem Unternehmertum immer wieder „eine neue, zeitgemäße Form“ zu geben. Steinmeier machte allerdings auch deutlich, dass Gemeinwohlorientierung eine Verpflichtung für jedes Unternehmen bedeuten müsse, unabhängig von seiner Rechtsform.