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Udo Di Fabio ist Professor für Rechtswissenschaften an der Universität Bonn sowie promovierter Soziologe. Foto: picture alliance/dpa

Wahl„Deutschland legt seinen letzten Jeton auf den Tisch“

Der ehemalige Verfassungsrichter Udo Di Fabio warnt vor zunehmender Staatsgläubigkeit und einem entgrenzten Dirigismus. Der ökonomischen Disruption in den USA kann er Positives abgewinnen.Peter Brors, Jens Münchrath 14.12.2024 - 09:00 Uhr Artikel anhören

Bonn. In der ehemaligen evangelischen Volksschule in Bonn-Bad Godesberg sind heute erkennbar Kunstfreunde zu Hause. Im Erdgeschoss beherbergt der mit roten Backsteinen verklinkerte Bau eine Galerie, im ersten Stock hat einer der bekanntesten Juristen Deutschlands sein Büro.

Udo Di Fabio, ehemals Verfassungsrichter in Karlsruhe, Professor für Rechtswissenschaften an der Universität Bonn sowie promovierter Soziologe hat sein weiträumiges Büro mit großflächigen modernen Bildern versehen, die neben kleineren und oft sehr bunten Formaten hängen. Die vielen Farben geben der Umgebung eine freundliche Atmosphäre, die sich sehr passend zum Wesen Di Fabios verhalten.

Der 70-Jährige lacht schon beim Smalltalk zur Begrüßung mehrmals herzlich. Das lässt ihn deutlich jünger erscheinen, und die Besucher fühlen sich willkommen. Di Fabio gehört hierzulande aufgrund seiner spannungsreichen Laufbahn als Hochschullehrer und Richter, seiner italienischen Einwandererherkunft und seiner Expertise als Soziologe zu den gefragtesten Gesprächspartnern, wenn es darum geht, staatsrechtliche und historisch-gesellschaftliche Entwicklungen zu reflektieren.

Lesen Sie hier das gesamte Interview:

Herr Professor Di Fabio, Deutschland erlebt in diesen Tagen eine veritable Regierungskrise. Die FDP hat offensichtlich das Ende der Koalition minutiös geplant und das Projekt auch noch D-Day genannt. Hat sich die Partei damit selbst erledigt?
Ich halte die Aufregung für etwas übertrieben. Hier gab es doch nicht nur einen Koalitionspartner, der das Ende der Ampel vorbereitet hat, sondern gleich mehrere. Jeder wusste, dass die Koalition am Ende war.

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