Wohnungsbau: Ministerin Geywitz sieht keine schnelle Lösung für mehr bezahlbaren Wohnraum
„187 Maßnahmen identifiziert, die wir angehen wollen, um das Bauen in Deutschland zu beschleunigen“
Foto: dpaBerlin. Eigentlich wollte die Ampelkoalition den großen Aufbruch in der Bau-, Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik. Doch das Vorhaben erweist sich als kompliziert. Schon das Ziel, jährlich 400.000 neue Wohnungen in Deutschland zu bauen, wird die Bundesregierung wohl verfehlen. „Es wird einige Zeit dauern“, räumt Bundesbauministerin Klara Geywitz nun im Handelsblatt-Interview ein.
Dennoch spricht die SPD-Politikerin von einem Erfolg der Baupolitik. Sie verweist auf die Arbeit eines Bündnisses bezahlbarer Wohnraum mit Mitgliedern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, das seit April regelmäßig getagt hat. Am Mittwoch hat es im Bundeskanzleramt sein 67-Seiten-starkes Ergebnispapier präsentiert. „In der Sache gab es harte Auseinandersetzungen“, sagt Geywitz. Am Ende hätten aber alle Teilnehmenden eine einheitliche Erklärung unterschrieben.
Insgesamt habe das Bündnis 187 Maßnahmen identifiziert, die jetzt angegangen werden sollten, um das Bauen in Deutschland zu beschleunigen, sagte Geywitz. Einige der Maßnahmen seien kurzfristig umsetzbar, etwa wenn es um die Gestaltung von Förderprogrammen gehe. Die geplante Digitalisierung in den Bauämtern dagegen „wird nicht zum Jahreswechsel passieren“.