Abdul Ghani Baradar: Dieser Islamistenführer ist nun der starke Mann in Afghanistan – auch dank Donald Trump
Der wohl 1968 geborene Islamistenführer war mit Mitte 20 einer der vier Gründungsmitglieder der Taliban.
Foto: ReutersBangkok. Sogar der politische Anführer der Taliban wirkt ein wenig überrascht darüber, wie schnell es am Ende ging. Von einem „unerwartet raschen Triumph“ spricht Abdul Ghani Baradar in einer ersten, kurzen Videobotschaft nach dem Fall der afghanischen Hauptstadt Kabul Mitte August.
Hastig zieht er sich die Brille vom Gesicht – ganz als hätte er vergessen, sie vor der Aufnahme abzusetzen. Der Blick des bärtigen Mannes springt links und rechts am Kameraobjektiv vorbei. Baradar macht nicht den Anschein, als hätte er diese Siegesrede lange einstudiert.
Der wohl 1968 geborene Islamistenführer war mit Mitte 20 eines der vier Gründungsmitglieder der Taliban. Nach der Machtübernahme seiner Truppen in Afghanistan soll er nun die Regierung in dem 38-Millionen-Einwohner-Land leiten. Das verlautete am Freitag aus Taliban-Kreisen.
Dass sich Baradar nun in dieser Position wiederfindet, hat er auch dem früheren US-Präsidenten Donald Trump zu verdanken. Er war vor knapp drei Jahren auf Wunsch der US-Regierung nach acht Jahren Haft in Pakistan entlassen worden.