Andrij Jermak: Eine „graue Eminenz“ lenkt die ukrainische Regierung
Wien. Seit 2014 wissen die Ukrainer, was ein Machtvakuum an der Spitze bedeutet: Damals floh der prorussische Amtsinhaber Wiktor Janukowitsch über Nacht. Das ermöglichte Moskau die Besetzung der Krim und von Teilen der Ostukraine.
Dass ihr jetziger Präsident Wolodimir Selenski beim russischen Angriff im Februar 2022 blieb, stärkte die Moral entscheidend. „Ich bin hier“, sagte er damals in einem Video vor dem Präsidentenpalast. Das war stärker als alle russische Propaganda.
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Bezeichnend für die Machtverhältnisse in der Ukraine war aber auch die Gruppe, die sich hinter ihm aufgestellt hatte. Neben dem Fraktionsführer der Regierungspartei und dem Ministerpräsidenten standen da Andrij Jermak, der Leiter der Präsidialverwaltung, sowie ein weiterer wichtiger Berater Selenskis. Sie vertreten eine Institution, die stets einflussreich war. In Zeiten des Kriegs ist sie zum wichtigsten Machtzentrum in Kiew geworden.