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AußenhandelChina droht Kanada mit Gegenmaßnahmen wegen 100 Prozent Strafzoll

Nach den USA und Europa will auch Kanada die Importe aus China mit Sonderzöllen belegen, insbesondere auf Elektroautos. China droht mit Gegenmaßnahmen – um die eigenen Unternehmen zu schützen. 27.08.2024 - 07:29 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Der chinesische Hersteller will seine Autos auch nach Kanada exportieren. Foto: VIA REUTERS

Ottawa, Peking. Die kanadische Regierung hat Importzölle von 100 Prozent auf chinesische Elektrofahrzeuge angekündigt. Außerdem gab Premierminister Justin Trudeau am Montag Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl und Aluminium aus der Volksrepublik bekannt.

„Akteure wie China haben sich dazu entschieden, sich auf dem globalen Markt einen unfairen Vorteil zu verschaffen“, sagte er auf einer Kabinettsklausur in Halifax. Der Schritt Kanadas erfolgt Wochen, nachdem die USA und die EU höhere Einfuhrzölle auf chinesische Elektrofahrzeuge angekündigt hatten.

China hat Kanada nun mit Gegenmaßnahmen gedroht. Man werde „alle notwendigen Maßnahmen“ ergreifen, um die Rechte und Interessen chinesischer Unternehmen zu schützen, teilte die chinesische Botschaft in Kanada mit.

Der Zoll in Höhe von 100 Prozent auf Elektroautos aus China werde „den Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Kanada schaden“, hieß es in der Erklärung. Die kanadische Regierung handele gegen die Interessen kanadischer Verbraucher und Unternehmen. Zudem werde den globalen Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels geschadet.

Die kanadische Regierung beriet vor Kurzem bereits über Möglichkeiten, einer Politik entgegenzuwirken, die Vizepremierministerin Chrystia Freeland als einen klaren Versuch chinesischer Unternehmen bezeichnet hat, ein globales Überangebot zu erzeugen. Kanada wolle nicht zur Halde für dieses Überangebot werden und sich dazu eng mit den USA abstimmen, sagte sie.

Der nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan ermutigte Kanada in Halifax, ebenfalls Importzölle für chinesische Elektrofahrzeuge zu verhängen. Der jetzt angekündigte Schritt entspricht dem der USA.

„Wir tun dies im Einklang mit anderen Volkswirtschaften auf der ganzen Welt, die erkannt haben, dass dies eine Herausforderung ist, der wir uns alle stellen müssen“, sagte Trudeau zu den neuen Zöllen. Die einzigen in China hergestellten Elektrofahrzeuge, die derzeit in Kanada verkauft werden, sind Teslas, die in Shanghai montiert werden. Chinesische Elektrofahrzeugmarken werden dagegen nicht nach Kanada importiert.

Freeland sagte, Kanada werde zudem eine 30-tägige Konsultation über mögliche Zölle auf chinesische Batterien, Batterieteile, Halbleiter, wichitige Bodenschätze, Metalle und Solarpaneele einleiten. „China betreibt eine absichtliche, staatlich gelenkte Politik der Überkapazität und des Überangebots, die darauf abzielt, unsere eigene Industrie zu lähmen“, sagte Freeland. „Wir werden es schlicht nicht zulassen, dass dies mit unserem vielversprechenden Elektrofahrzeugsektor geschieht.“

Furcht vor chinesischer Billigkonkurrenz

Die kanadische Wirtschaft ist sehr exportorientiert und hängt stark vom Handel mit den USA ab. Ein Großteil der 1,5 Millionen Fahrzeuge etwa, die 2023 in Kanada gebaut wurden, wird in den USA verkauft.

Der Wert der von Kanada importierten chinesischen Elektrofahrzeuge lag im vergangenen Jahr bei 2,2 Milliarden kanadischen Dollar (1,46 Milliarden Euro), im Jahr 2022 waren es nur 100 Millionen kanadische Dollar, wie aus Daten von Statistics Canada hervorgeht. Dafür ist vor allem Tesla verantwortlich.

Subventionen für westliche Hersteller

Trotzdem gilt die Hauptsorge der kanadischen Regierung jedoch nicht Tesla, sondern der Aussicht, dass billige Autos chinesischer Hersteller auf den Markt kommen könnten. BYD hatte die kanadische Regierung im Juli darüber informiert, dass das Unternehmen auch in Kanada seinen Markteintritt plan.

Damit war der politische und industrielle Druck auf Trudeau gewachsen. Die kanadische Automobilindustrie drängte darauf, die Zölle zu erhöhen, um die heimischen Arbeitsplätze und Löhne zu schützen. Die Regierung setzt auf Kooperationen mit anderen Herstellern des Westens: Die Regierung hat unter anderem Stellantis, Volkswagen und Honda milliardenschwere Subventionen für Elektrofahrzeugwerke oder Batteriefabriken zugesagt.

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Der kanadische Premierminister Justin Trudeau will die heimische Autoindustrie vor neuer Konkurrenz schützen. Foto: IMAGO/ZUMA Press

Stahl- und Aluminiumhersteller in Kanada haben die Regierung ebenfalls öffentlich und wiederholt aufgefordert, den Zugang Chinas zu beschränken, da Xis Industriepolitik es dem asiatischen Machtzentrum erlaube, ausländische Märkte auf unfaire Weise zu überschwemmen und dadurch lokale Arbeitsplätze zu gefährden. „China hält sich nicht an die Regeln“, sagte Catherine Cobden, Präsidentin und Geschäftsführerin der Canadian Steel Producers Association, Anfang des Monats gegenüber Reportern.

Bloo, ap, dpa
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