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Boeing-Flugzeug Suche nach indonesischem Flugzeug mit 62 Insassen geht weiter

Ein indonesisches Flugzeug ist vom Radar verschwunden. Suchtrupps haben inzwischen Trümmer im Meer gefunden. Der mögliche Absturz verschärft auch die Krise von Boeing.
09.01.2021 Update: 10.01.2021 - 00:48 Uhr Kommentieren
Rettungsteams seien im Meer vor der Insel Java auf der Suche nach dem Flugzeug und den Insassen, gab die indonesische Such- und Rettungsagentur bekannt Quelle: dpa
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Rettungsteams seien im Meer vor der Insel Java auf der Suche nach dem Flugzeug und den Insassen, gab die indonesische Such- und Rettungsagentur bekannt

(Foto: dpa)

Jakarta, Düsseldorf, New York Ein Passagierflugzeug der indonesischen Fluggesellschaft Sriwijaya Air mit 62 Menschen an Bord ist kurz nach dem Start in Jakarta vom Radar verschwunden und wahrscheinlich ins Meer gestürzt. Die Boeing 737-500 war auf dem Weg nach Pontianak auf der Insel Borneo, als sie plötzlich um 14.40 Ortszeit (08.40 MEZ) vom Radar verschwand.

Nach Angaben von Indonesiens Transportminister Budi Karya Sumadi vom Abend waren 50 Passagiere, darunter sieben Kinder und drei Babys, in der Maschine, zudem zwölf Crew-Mitglieder. „Wir sind sehr besorgt wegen dieses Vorfalls“, betonte er.

Was genau passierte, war auch Stunden nach dem Verschwinden des Flugzeugs noch ungewiss. Airline-Chef Jefferson Irwin Jauwena sagte, das Flugzeug sei wegen starken Regens mit 30 Minuten Verspätung gestartet.

Rettungsteams hatten sich umgehend in das vermutete Unglücksgebiet aufgemacht. Auch das Militär war mit Schiffen und Hubschraubern im Einsatz. „Der Präsident (Joko Widodo) hat uns aufgetragen, unsere Suchbemühungen zu maximieren“, so Budi Karya. Offiziell wurde ein Absturz aber zunächst nicht bestätigt.

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Standort erkennen

    Nach Angaben des Chefs der indonesischen Such- und Rettungsagentur, Bambang Suryo Aji, wurden in der Nähe der Inseln Laki Island und Lancang Island Trümmerteile entdeckt. Die beiden Inseln sind Teil der Gruppe Thousand Islands vor der Küste von Java. Das Nachrichtenportal Detikcom schrieb, unter anderem sei wahrscheinlich eine der Notrutschen der Maschine gefunden worden. Die Trümmer würden nun genauer untersucht, so Suryo Aji.

    Taucher suchen Flugschreiber der verunglückten Boeing 737

    Ein Lokalpolitiker sagte der Nachrichtenseite Kompas.com, Fischer hätten in der Region eine Explosion gehört. „Wir hoffen, die genaue Position des Flugzeugs heute noch lokalisieren zu können, sonst können wir die Suche erst morgen früh fortsetzen“, betonte Suryo Aji mit Blick auf die hereinbrechende Dunkelheit.

    Flug sollte nur eine Stunde dauern

    Die Flugzeit nach Pontianak in der Provinz Kalimantan Barat beträgt nur gut eine Stunde. Wie Daten des schwedischen Internetdienstes Flightradar24 zeigen, verlor die Maschine aber schon vier Minuten nach dem Abheben innerhalb von einer Minute mehr als 3300 Meter Höhe. Die Spur verlor sich danach im Meer nördlich der Hauptinsel Java.

    Die Boeing war Berichten zufolge 27 Jahre alt und gehört seit 2012 der Fluggesellschaft Sriwijaya Air. Die Maschine verfügt über acht Sitze in der Business-Klasse und 112 Sitze in der Economy-Klasse.

    2018 war eine Boeing 737 Max der indonesischen Gesellschaft Lion Air nach dem Start in Jakarta auf dem Weg zur Insel Bangka abgestürzt. Dabei kamen alle 189 Insassen ums Leben. 2014 stürzte ein Airbus A320 der Billig-Airline Indonesia AirAsia auf dem Weg von Surabaya auf Java nach Singapur ins Meer. Auch hier starben alle 162 Menschen an Bord. In puncto Luftfahrt gilt das südostasiatische Inselparadies als eines der unsichersten Länder der Welt.

    Keine Boeing 737 Max

    Bei der Boeing handelt es sich nicht um eine 737 Max. Der Jet wurde bereits 1994 in Dienst gestellt, ist also deutlich älter. Er hat damit auch nicht die sogenannte MCAS-Software an Bord. Dieses System wird bei der Max dafür verantwortlich gemacht, dass zwei Maschinen abstürzten.

    Die Software soll eigentlich einen zu steilen Aufstieg und den damit drohenden Strömungsabriss verhindern. Sie war aber so aggressiv programmiert, dass das System die Jets zu Boden drückte, obwohl die Piloten gegensteuerten. Mittlerweile sind die Fehler behoben, seit kurzem darf die Max wieder fliegen. Sie musste fast zwei Jahre am Boden bleiben.

    Boeing trifft der jüngste Absturz daher mitten in einer schweren Krise. Auch wenn die Unglücksursache noch nicht fest steht, schadet dennoch jede schlechte Nachricht im Zusammenhang mit einem Boeing-Flugzeug dem US-Konzern.

    Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern leidet derzeit ohnehin schon doppelt unter den Problemen mit der 737 Max und unter der Coronakrise. Die Aufträge für Zivilflugzeuge sind fast komplett eingebrochen, weil der weltweite Flugverkehr mit der Pandemie eingebrochen ist. Zudem ist die 737-Max-Krise auch finanziell immer noch spürbar. Insgesamt schätzt Boeing den Schaden durch das Max-Debakel auf 20 Milliarden Dollar.

    Erst am Donnerstag hatte sich Boeing mit den US-Behörden außergerichtlich darauf geeinigt, insgesamt 2,5 Milliarden Dollar zu zahlen, um einen strafrechtlichen Prozess zu verhindern. Die zivilrechtlichen Klagen laufen noch weiter.

    Gewinn wichtiger als Sicherheit der Flugzeuge

    Die 2,5 Milliarden Dollar umfassen eine Geldstrafe in Höhe von 243,6 Millionen Dollar, Entschädigungszahlungen an die Airline-Kunden in Höhe von 1,77 Milliarden Dollar und die Einrichtung eines 500-Millionen-Dollar-Fonds für die Absturzopfer zur Entschädigung der Erben, Verwandten und gesetzlichen Begünstigten der Passagiere.

    Für das Gesamtjahr 2020 wird Boeing voraussichtlich einen Verlust von 4,5 Milliarden Dollar verbuchen. Mindestens genauso schwer wie der finanzielle Schaden wiegt der Reputationsverlust, den das Unternehmen erlitten hat. In den Untersuchungen zur 737 Max ist klar geworden, dass der Airbus-Konkurrent in den vergangenen Jahren den Gewinn und die Dividenden über die Sicherheit seiner Flugzeuge gestellt hat. Dabei hat Boeing auch die Flugaufsicht FAA betrogen.

    Das alles geschah, um den kurzfristigen Gewinn möglichst hoch zu halten und die Aktionäre zufriedenzustellen. Die konnten sich über hohe Dividenden und Aktienrückkäufe freuen. Nach einer Studie des Aktienrückkauf-Experten Bill Lazonick hat Boeing zwischen 2009 und 2018 insgesamt 121 Prozent seiner Gewinne in den Kauf eigener Aktien gesteckt. Solche Finanzmarkttransaktionen dienen allein den Aktionären und Managern, nicht dem Unternehmen.

    Mehr: Kommentar: Die Milliardenstrafe wegen der 737-Max-Abstürze ist nicht Boeings größtes Problem

    • dpa
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