COP30: Chinas riskante Wette auf die Energiewende
Peking. Selten hört man von chinesischer Seite so offene Kritik an den USA wie auf dem Klimagipfel COP30 im brasilianischen Belém: Die Abwesenheit der USA sei „furchtbar“, sie gebe ein „wirklich sehr schlechtes Beispiel“, sagte Chinas Klimabeauftragter Liu Zhenmin in einem Interview mit dem US-Portal „Politico“.
Auch angesichts der reduzierten Klimaziele der EU zeigte er sich enttäuscht. Die Industrieländer sollten ihr Versprechen einhalten, in den kommenden zehn Jahren jährlich 300 Milliarden US-Dollar für Klimaprojekte in Entwicklungsländern bereitzustellen, forderte er in der chinesischen Zeitung „The Paper“.
Das soll nicht nur dem Klima zugutekommen, sondern vor allem auch der chinesischen Wirtschaft. Denn kein Land hat seine Volkswirtschaft so stark darauf ausgerichtet, dass der Kampf gegen den Klimawandel weltweit fortgesetzt wird, wie China – der größte CO2-Emittent der Welt. Der Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaabkommen, die reduzierten Klimaziele der EU und protektionistische Maßnahmen durchkreuzen diese Strategie.