Corona-Pandemie: CDU-Gesundheitsexperte Liese: „Curevac sollte jetzt den Impfstoff von Biontech produzieren“
Experten erwarten, dass das Mittel auf absehbare Zeit keine Zulassung bekommen wird.
Foto: dpaDüsseldorf. Die schlechten Wirksamkeitsdaten des Covid-19-Impfstoffs von Curevac haben am Donnerstag nicht nur die Aktionäre des Tübinger Unternehmens schockiert. Auch die Aktie des Pharma-Auftragsfertigers Wacker Chemie gab kräftig nach und notierte um fünf Prozent schwächer bei 130 Euro.
Die Münchener sind einer der größten Hersteller im Produktionsverbund von Curevac und stehen seit Wochen für den Start der Fertigung bereit. Sollte das Impfstoffprojekt scheitern, würde Wacker Chemie ebenso wie Curevac vorerst ein großes Geschäft entgehen.
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Doch die Lücke könnten die beiden Unternehmen füllen, sagen Gesundheitsexperten aus dem Europaparlament: „Curevac sollte jetzt den mRNA-Impfstoff von Biontech oder Moderna als Auftragsfertiger produzieren“, fordert Peter Liese, gesundheitspolitischer Sprecher der Europäischen Volkspartei (EVP), der größten Fraktion im Europaparlament.
Liese fordert Pragmatismus von Curevac
„Das gilt auch für die Partner von Curevac wie Bayer und Wacker Chemie“, sagte Liese dem Handelsblatt. Der CDU-Gesundheitsexperte geht nicht davon aus, dass der Impfstoff mit dem Namen CVnCoV in absehbarer Zeit zugelassen wird. Die dafür zuständige europäische Arzneibehörde Ema sagte, dass die Zwischenergebnisse keine Folgen für das Prüfverfahren bei der Behörde haben. Es gebe keine harte Mindestgrenze bei der Wirksamkeit, erklärte die EMA am in Amsterdam. Vor einer Bewertung müssten alle Ergebnisse vorliegen.