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Corona-Pandemie Wie sich die neue US-Führung mit der WHO versöhnt

Für US-Präsident Trump war die Weltgesundheitsorganisation ein rotes Tuch. Joe Biden hingegen will mit ihr kooperieren – nicht nur beim Kampf gegen Covid-19.
21.01.2021 - 21:05 Uhr Kommentieren
Der führende Gesundheitsexperte der neuen US-Regierung unterstreicht die wichtige Rolle der WHO beim Kampf gegen Corona. Quelle: AFP
Anthony Fauci in einer Videokonferenz mit der WHO-Spitze

Der führende Gesundheitsexperte der neuen US-Regierung unterstreicht die wichtige Rolle der WHO beim Kampf gegen Corona.

(Foto: AFP)

Genf Neue Töne der USA gegenüber der arg gescholtenen Weltgesundheitsorganisation: Der führende Gesundheitsexperte der neuen US-Regierung, Anthony Fauci, versicherte der WHO die volle Kooperation seines Landes im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

„Die USA planen, multilateral gegen die Corona-Pandemie vorzugehen“, sagte Fauci. Damit verabschieden sich die USA unter dem neuen Präsidenten Joe Biden von der konfrontativen WHO-Politik des Ex-Präsidenten Donald Trump – immerhin überweisen die USA von allen 194 Mitgliedsländern das meiste Geld in die WHO-Kasse.

Schon in der Wortwahl kündigte sich der Neuanfang an. „Mein lieber Freund“, sagte Fauci in Richtung des WHO-Generaldirektors Tedros Adhanom Ghebreyesus. Beide traten am Donnerstag auf einer Tagung des Exekutivrates der WHO auf.

Per Video zugeschaltet, bekräftigte Fauci in seiner Eigenschaft als US-Delegationsleiter, dass sein Land Mitglied in der WHO bleiben werde. Er stellte klar, dass die USA ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber der WHO nachkommen werden. Und er machte klar, dass sich die USA auch in das WHO-Programm für Diagnose, Heilmittel und Impfstoffe gegen Covid-19 einbringen werden. Allerdings mahnte der US-Emissär eindringlich Reformen in der WHO an, um die Menschheit besser vor Krankheitsausbrüchen zu schützen.

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    USA bleiben Mitglied der WHO

    Zuvor hatte der neue US-Präsident Joe Biden in einem Brief an den UN-Generalsekretär António Guterres bekannt gegeben, dass sein Land nicht aus dem Kreis der 194 Mitgliedsländer ausscheren wolle. „Die WHO spielt eine wesentliche Rolle im Kampf der Welt gegen die tödliche Covid-19-Pandemie sowie gegen zahllose andere Bedrohungen der globalen Gesundheit“, heißt es in dem Biden-Brief.

    WHO-Chef Tedros reagierte sichtlich erleichtert auf die US-Politik. „Das ist ein guter Tag für die WHO und die globale Gesundheit“, sagte der Äthiopier. Tedros nannte Fauci einen „Bruder“.

    Unter den rund 7000 WHO-Mitarbeitern lösten die US-Ankündigungen Freude aus, das Video mit Fauci verbreitete sich in Windeseile in den Computern des Personals. Tedros und seine Mitarbeiter hoffen nun auf einen Schub im internationalen Kampf gegen die Corona-Seuche.

    Fauci, Direktor des „National Institute of Allergy and Infectious Diseases“ in den USA, dient nach Angaben der Agentur Associated Press dem Präsidenten Biden im Kampf gegen Covid-19 als medizinischer Chefberater. Fauci gab auch dem Ex-Präsidenten Trump Empfehlungen; allerdings herrschten zwischen Trump und Fauci starke Spannungen.

    Die Trump-Regierung hatte im Juli 2020 den WHO-Austritt der USA eingeleitet. Im Juli 2021 sollte der Ausstieg vollzogen sein. In dem geplanten WHO-Rückzug gipfelte eine schroffe US-Kampagne: Trump und sein Gesundheitsminister Alex M. Azar machten die Organisation für den Corona-Tod vieler Menschen verantwortlich. Die WHO habe zusammen mit China versucht, den Ausbruch von Covid-19 zu vertuschen, hieß es aus Washington.

    Gegner von Trump betonten, der US-Präsident wolle mit seiner WHO-Kritik von eigenen Fehlern in der Coronakrise ablenken. Ein Austritt der Vereinigten Staaten hätte die WHO zumal finanziell hart getroffen. Die USA steuern 553 Millionen US-Dollar für den Zweijahreshaushalt 2020 und 2021 der WHO bei.

    Der Zweijahreshaushalt beläuft sich auf 4,8 Milliarden US-Dollar. Die USA schlossen sich 1948 der Weltgesundheitsorganisation an. Sie knüpften ihre Mitgliedschaft aber an die Bedingung, dass sie nach einer Frist von einem Jahr wieder austreten können.

    Mehr: Von eisigem Schweigen bis zu ungewohnt emotionalen Tönen: So reagiert die Welt auf Joe Biden

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