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CoronakriseSpanien drängt, Frankreich zögert, Dänemark will Pionier sein: Corona-Impfpass entzweit Europa

Die Debatte über grüne Impfpässe beschäftigt auch den EU-Gipfel, doch eine Einigung ist noch in weiter Ferne. Es drohen nationale Alleingänge und ein Reisechaos.Thomas Hanke, Jakob Blume, Helmut Steuer, Gerd Höhler, Daniel Imwinkelried, Carsten Volkery, Christian Wermke und Sandra Louven und Hans-Peter Siebenhaar 25.02.2021 - 16:49 Uhr Artikel anhören

Wie in Griechenland hoffen viele Urlaubsregionen auf mehr Gäste in der Sommersaison 2021.

Foto: dpa

Paris, Zürich, Stockholm, Athen, Wien, London, Brüssel, Rom, Madrid. In Europa bahnt sich auf dem beschwerlichen Weg aus dem Corona-Lockdown das nächste Chaos an. Zahlreiche EU-Länder fordern einen europaweit gültigen Impfpass. In Brüssel, wo ein solches Vorhaben koordiniert werden müsste, hält man das Thema aber noch nicht für entscheidungsreif. Damit drohen nationale Alleingänge und ein Flickenteppich bilateraler Lösungen.

Das Reisechaos wird weitergehen. Die Staats- und Regierungschefs werden sich bei ihrem Videogipfel offenbar nicht zu einer Einführung eines europäischen Impfpasses durchringen. Im Entwurf der Abschlusserklärung des Europäischen Rates, die dem Handelsblatt in Brüssel vorliegt, heißt es wörtlich nur: „Wir fordern, dass die Arbeit an einem gemeinsamen Ansatz für Impfbescheinigungen fortgesetzt wird, und wir werden auf dieses Thema zurückkommen.“

Ein genauer Zeithorizont zur Einführung des EU-Zertifikats für mehr Reisefreiheit wird in dem Papier nicht genannt. Gleichzeitig wird in dem vorbereiteten Abschlussdokument des heute beginnenden Gipfels betont: „Vorerst müssen nicht essenzielle Reisen eingeschränkt werden.“

Die Unfähigkeit der 27 Mitgliedsländer zu einer gemeinsamen Politik beim Reisen stößt im Europaparlament auf scharfe Kritik. „Der Alleingang einzelner EU-Mitgliedstaaten bei den Einreisebeschränkungen ärgert mich zutiefst“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP im Europäischen Parlament und Vizevorsitzende des Ausschusses für Verkehr und Tourismus, Jan-Christoph Oetjen.

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