Der andere Blick auf den Krieg in der Ukraine: Für welche Länder Russland weiter Partner oder Verbündeter ist
Die indische Regierung beteiligt sich nicht an den Sanktionen der USA, Europas und Japans gegen Russland.
Foto: imago/roberthardingDüsseldorf, Sao Paolo, Kapstadt, Cucuta, Neu-Delhi. Für Indiens Außenminister Subrahmanyam Jaishankar ist die Sache klar: Der Krieg in der Ukraine sei ein Problem Europas. „Europa muss der Denkweise entwachsen, dass Europas Probleme die Probleme der Welt sind, aber die Weltprobleme nicht Europas Probleme“, lautet Jaishankars mittlerweile auch von Bundeskanzler Olaf Scholz zitierte Überzeugung.
Bei der jüngsten Resolution der Vereinten Nationen zur Verdammung des russischen Angriffs enthielt sich Indien erneut. Premierminister Narendra Modi lässt seine Diplomaten zwar regelmäßig erklären, dass die Gegenwart „keine Zeit des Krieges“ sein könne, auf eine Verurteilung Russlands verzichtet er aber. Indien bezieht weiter Waffen aus Russland, kauft große Mengen an Rohöl von dort und möchte sich den westlichen Sanktionen gegen Russland nicht anschließen.
Damit steht das Land nicht allein. Während die USA, die Europäische Union, Großbritannien und Japan in ihrer Haltung zu Russland im vergangenen Jahr eng zusammengerückt sind, schauen viele Schwellen- und Entwicklungsländer anders auf den Konflikt.
Eine gerade veröffentlichte Umfrage des European Councils on Foreign Relations und der Universität Oxfort zeigt: In den USA, in Europa und in Großbritannien sehen die meisten Befragten Russland als Gegner oder Rivalen. Doch in Indien, der Türkei und China nimmt die Mehrheit Russland weiter als Partner oder Verbündeten wahr.