Russland: Billig-Drohnen stellen die Nato vor ein teures Problem
München. Der Angriff von 19 Drohnen auf Polen am 9. September stellt für die Nato eine Zäsur dar. Am Samstag erfolgten ähnliche Drohnenangriffe in polnischen und rumänischen Grenzregionen. Politik, Militärs und Industrie diskutieren hinter den Kulissen intensiv über die Frage, wie solche Angriffe künftig verhindert werden können.
Die Analyse des Angriffs vom 9. September, den Russland immer noch als Versehen einstuft, führt zu weitreichenden Schlussfolgerungen für die Luftverteidigung an der Ostflanke. Ein Problem: Das Verteidigungsbündnis ist auf Angriffe von Raketen, weniger auf Attacken von Drohnen ausgerichtet. Der CDU-Politiker Thomas Röwekamp, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, fordert, russische Drohnen über ukrainischem Gebiet von Nato-Jets abzuschießen.
Die Nato hält ihre Analysen geheim. Doch in der Industrie werden einige Punkte bereits intensiv diskutiert.
Wie lief der Angriff – und welche Erkenntnisse nimmt man mit?
Die Attacke am Dienstag erfolgte mit hoher Sicherheit von Weißrussland aus. Zum Einsatz kamen 19 Drohnen vom Typ „Geran“ und „Gerbera“.
Erstere ist ein Nachbau der iranischen Shahed 136 und ist mit Sprengstoff bestückt. Gerbera fungiert als Relais-Station und Täuschkörper. Die Drohnen haben unterschiedlich hohe Reichweiten, einige Modelle schaffen mehrere tausend Kilometer. Die Zielführung erfolgt über eine vorprogrammierte Route, teilweise aber auch über Kameras und Sensoren.