Energetische Sanierung: Wie Deutschland die Sanierungspflicht verhindert hat
Brüssel. Häuser in der EU sollen künftig weniger Energie verbrauchen. Darauf haben sich die Mitgliedsstaaten am Donnerstagabend mit dem EU-Parlament und der Kommission geeinigt. Konkret geht es um die Gebäuderichtlinie, die regelt, wie energieeffizient Gebäude in der EU in Zukunft sein müssen.
Bis 2030 sollen die Mitgliedsländer 16 Prozent und bis 2035 20 bis 22 Prozent des Primärenergieverbrauchs im Wohngebäudesektor im Vergleich zu 2020 einsparen. Das Handelsblatt hatte zuvor darüber berichtet.
Für die EU-Kommission ist es eines der wichtigsten Projekte vor den Europawahlen, doch von ihren ehrgeizigen Plänen zur Sanierung von Wohneigentum ist wenig übrig geblieben. Ziel ist es, Treibhausgasemissionen zu vermeiden.
Vor allem Deutschland intervenierte, um die Kommissionspläne abzuschwächen. Das geht aus den detaillierten Verhandlungsunterlagen der Mitgliedsstaaten hervor, die dem Handelsblatt vorliegen.
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Deutschland unterstützte die spanische Ratspräsidentschaft dabei, bis Ende des Jahres einen endgültigen Kompromiss mit dem Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission zu der Richtlinie zu finden, „der ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ehrgeiz und Flexibilität für die Mitgliedstaaten herstellt“, heißt es in dem Papier. Dieser Kompromiss sieht nicht mehr vor, dass zwangsläufig die am schlechtesten isolierten Gebäude in den einzelnen Mitgliedsländern renoviert werden müssen.