Energiemarkt: Gas zum Freundschaftspreis: Wie Russland Lieferverträge als Druckmittel einsetzt
Über die Pipeline Turkstream liefert Russland Erdgas an die Türkei und nach Südeuropa.
Foto: ReutersMoskau, Istanbul. Für den serbischen Präsidenten Alexandar Vucic hatte sich die Reise ins russische Sotschi gelohnt. Dort empfing ihn Ende November Russlands Präsident Wladimir Putin zu Gasverhandlungen.
Putin hatte nicht gelogen. Der anschließend ausgehandelte Preis von 270 Dollar pro 1000 Kubikmeter – gültig zumindest für das nächste Halbjahr – löste in Belgrad geradezu Jubelstürme aus. Kein Wunder, hatte Gazprom doch im Oktober noch eine Vertragsverlängerung für 790 Dollar angeboten. Die Vereinbarung bringt Serbien nicht nur sicher über den Winter, sie dürfte auch als Wahlgeschenk für Vucic durchgehen.
Die erwünschten Reaktionen auf den Spott- statt Spotpreis folgten prompt: „Serbien dankt dem befreundeten und brüderlichen Russland für seine Fürsorge um serbische nationale Interessen und seine Bereitschaft, in dem Moment zu helfen, wenn die ganze Welt mit der Energiekrise konfrontiert ist“, sagte der serbische Außenminister Nikola Selakovic.