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Ersatz für ChinaNeuausrichtung in Asien? „Die Welt wartet nicht darauf, dass Deutschland und Europa in die Hufe kommen“

China wird für die deutsche Industrie immer mehr zum Risiko. Olaf Scholz und Robert Habeck bereiten in Asien den politischen Boden für neue Abkommen.Martin Greive, Julian Olk, Mathias Peer 14.11.2022 - 04:00 Uhr Artikel anhören

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wird von Pham Minh Chinh (l.), Premierminister der Sozialistischen Republik Vietnam, mit militärischen Ehren in Hanoi empfangen.

Foto: dpa

Hanoi / Singapur. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) wollen Deutschland unabhängiger von China machen. Im Blick haben sie dabei vor allem Südostasien und Indien.

Als Konsequenz aus der Zeitenwende „müssen wir unsere Absatzmärkte, unsere Lieferketten, unsere Rohstoffquellen und Produktionsstandorte erweitern, damit wir nicht von einzelnen Staaten abhängig sind“, sagte Scholz zu Beginn seiner Asienreise in Vietnam. Habeck erklärte fast zeitgleich auf der Asien-Pazifik-Konferenz in Singapur: „Wir müssen unsere Handelspolitik neu aufstellen. Wir brauchen andere Länder, andere Partner.“

Berlin sieht enorme negative wirtschaftliche Folgen, sollte Peking Taiwan angreifen. Teilweise liegt die Abhängigkeit von China bei wichtigen Rohstoffen nahe 100 Prozent. Habeck forderte deshalb insbesondere bei Handelsabkommen mehr Tempo und mahnte zügige Gespräche etwa über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien an: „Die Welt wartet nicht darauf, dass Deutschland und Europa in die Hufe kommen.“

In den vergangenen Jahren allerdings haben sich die Anstrengungen deutscher Firmen, auf andere asiatische Partner zu setzen, in Grenzen gehalten. Während sich der Anteil der Exporte nach China seit 2011 vervierfacht hat, ist der Anteil der Ausfuhren, die in die zehn Länder des südostasiatischen Asean-Bündnisses gingen, konstant geblieben, wie das Handelsblatt Research Institute errechnete. „Diversifizierung ist entscheidend, aber man kann nicht sofort alles umstellen“, sagte DIHK-Präsident Peter Adrian dem Handelsblatt.

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