EU: „Schamlose Lügen“ – Orban stänkert, Schweden wehrt sich
Berlin. Der Streit begann mit einer Übertreibung. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban behauptete Mitte September auf dem Kurznachrichtendienst X, dass „schwedische Kinder als Killer“ ausgebildet werden würden. „Über 280 minderjährige Mädchen wurden wegen Mordes verhaftet, Familien leben in Angst“, polterte der 62-Jährige weiter.
Untermalt hat der ungarische Rechtspopulist all das mit einem Video. In düster-verschwommenen Bildern sieht man dort eine Vielzahl von mutmaßlichen Tatorten, Blaulichter, Polizeikräfte. Später kommt Orban zu dem Schluss: „Das schwedische Volk hat Besseres verdient!“
Ulf Kristersson widerspricht scharf
Mit den Fakten hat es der Regierungschef dabei nicht ganz genau genommen: Zwar gibt es wegen des Verdachtes auf Mord, Totschlag oder andere Gewaltverbrechen laufende Ermittlungen gegen knapp 300 Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren – verurteilt wurden dem schwedischen Nationalen Rat zur Kriminalitätsprävention Bra zufolge aber bisher nur vier.
Schwedens Regierungschef reagierte scharf auf die Behauptungen aus Budapest – und ein über Tage dauernder, in den sozialen Medien öffentlich ausgetauschter Zank nahm seinen Lauf.